Frührentner gegen Edelzocker

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Veselin Topalow (Illustration:  Willum Morsch/@WillumTM)

Der Beste der Welt ist der Bulgare Veselin Topalow längst nicht mehr, aber er bleibt einer der spektakulärsten Spieler. Anlässlich des Superturniers im aserbaidschanischen Schamkir kam der im Halbruhestand befindliche Exweltmeister jetzt zurück – und wie.

Topalow ist am Brett ein Garant für Dynamik und Zweischneidiges. Wenn so einem Spieler der ähnlich gestrickte aserbaidschanische Edelzocker Shakh Mamedyarow gegenübersitzt, dann fliegen die Fetzen, dann werden Brücken abgebrochen. Das Duell der beiden in der vierten Runde enttäuschte nicht. Die erste Chance, einen Bauern für Angriff zu opfern, nutzte Topalow, und in diesem Stil ging es beiderseits weiter, bis die Partie ein abruptes, überraschendes Ende fand.

Topalow, Veselin (2.749) – Mamedyarow, Shakhriyar (2.814)

Schamkir Chess 2018, 4. Runde

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. O-O Sxe4

Keine Überraschung. Der offene Spanier ist seit langem ein substanzieller Teil von Mamedyarows Schwarzrepertoire gegen 1.e4.

6. d4 b5 7. Lb3 d5 8. dxe5 Le6

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Die Grundstellung, in der Weiß zwischen einer Reihe plausibler Fortsetzungen wählen kann. Die Struktur zeigt schon die generelle Idee beider Seiten an. Weiß wird seine Majorität am Königsflügel ins Rollen bringen wollen, Schwarz seine am Damenflügel.

Der Lb3 beißt auf Granit, er wird über c2 zurück ins Spiel kommen, zum Königsflügel schauen und den Se4 befragen, denn den will Weiß nicht dauerhaft in seiner Bretthälfte eingepflanzt sehen. Der Sc6 wird sich derweil meistens auf der Route c6-a5-c4 bewegen und seinen c7-Bauern mobil machen. Erforscht wird diese Stellung schon seit langem. Unter anderem die Herren Zukertort und Blackburne hatten sie 1887 auf dem Brett.

9. Le3 Le7 10. c3 O-O 11. Sbd2 Sxd2 12. Dxd2 Sa5 13. Lc2 Sc4 14. Dd3 g6

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15. Lh6

Eine offene Frage nach der Partie ist, ob Mamedyarows Vorbereitung gegriffen hat oder nach hinten losging. Einerseits sagte der Lokalmatador, dass er 15.Lc1 für den Hauptzug hält, obwohl die Ergebnisse im Nah- und Fernschach deutlich für 15.Lh6 sprechen. Andererseits wird der Weltranglistenzweite sich auch in der Folge an maschinelle Empfehlungen halten, was dafür spricht, dass er die Variante daheim angeschaut hatte. So oder so, es ist kaum Topalows Stil, kleinmütig einen Bauern zu decken, wenn er ihn opfern und dafür Initiative bekommen kann.

Neu ist diese Chose jedenfalls nicht. Schon in der Partie Yates-Gunsberg 1914 geschah 15.Lh6.

15… Sxb2

Nimmt die Herausforderung an.

(15… Te8 ist die Alternative, die den Turm rettet, ohne den Springer ins Abseits zu manövrieren.)

16. De2

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16… Te8

„Komm doch“, sagt Schwarz und schickt sich an, den Mehrbauern zu behalten.

(16… c5 schlug Topalow nach der Partie vor. Für die Qualität bekommt Schwarz das Läuferpaar und eine mobile Bauernmasse im Zentrum/am Damenflügel. 17. Lxg6 fxg6 18. Lxf8 Dxf8 19. Dxb2 mit Kompensation laut Topalow.)

17. Sd4

Logisch. Der f-Bauer muss marschieren.

(17. Lxg6?! hxg6 18. Dxb2 würde den Bauern zurückgewinnen, aber jede Initiative aufgeben und die Koordination noch dazu.)

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17… Ld7

Klar der beste Zug nach Engine-Einschätzung und ein deutliches Indiz, dass Mamedyarov an dieser Stelle noch wusste, was er tat. Schwarz will den weißfeldrigen Läufer auf dem Brett behalten, …c5 mit Tempo spielen und den Springer rausschmeißen.

(17… Nc4 spielte Schachfreund Gunsberg vor über 100 Jahren und wurde ziemlich bald am Königsflügel überrollt.)

18. f4

Jetzt noch f5, dann e6, dann mattsetzen. Aber beim Schach wird abwechselnd gezogen.

18… c5 19. Sf3

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Der Plan f4-f5 und e5-e6 bleibt auf der Agenda, aber ohne Unterstützung von einem Springer auf d4 muss sich Weiß kurzfristig andere Ziele suchen.

19…Db6 20. Df2 d4

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Greift der Gegner am Flügel an, gehe im Zentrum vor, heißt es.

21. Lg5

Weiß findet neue Ziele: die schwarzen Felder rund um den schwarzen König sind anfällig, und das wird Topalow in der Folge betonen. Allerdings um den Preis eines weiteren Bauern.

21… dxc3 

Spätestens jetzt ist offensichtlich, wie sehr die Partie auf des Messers Schneide steht. Entweder der weiße Angriff schlägt durch, oder Schwarz gewinnt mit vier gegen einen Bauern am Damenflügel.

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22. Dh4

(22. Lxe7 Txe7 hatten beide Spieler erwogen. Mamedyarow sah, dass nach 23. Sg5 (23. f5 war eine Alternative, die Topalow erwogen hatte, aber er schätzte richtig ein, dass dem weißen Angriff die Kraft fehlt.) 23… f5 24. Lb3+ Kg7 Weiß nicht recht weiterkommt. Der Einschlag 25. Nxh7 sieht verlockend aus, führt aber zu nichts. Schwarz steht besser.)

22… c4+ 23. Kh1 Lf8!

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Ein starker Verteidigungszug zur rechten Zeit. Schwarz hält den Hüter seiner schwarzen Felder auf dem Brett, während der Lg5 nun in erster Linie dem Springer im Wege steht, der gerne zur Unterstützung herbeeilen würde.

24. f5 Sd3

Bringt den Sb2 zurück ins Spiel und, wichtiger, schließt den Lc2 vom Angriff
aus. Weiß kommt nur mit der Brechstange weiter.

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25. e6! Lxe6!

Nur so! Schwarz hat so viele weiße Bauern eingesammelt, dass er guten Gewissens eine Figur ins Geschäft stecken kann, um den weißen Angriff zu stoppen.

(25… fxe6? 26. fxg6 könnte Schwarz nicht überleben.)

26. fxe6 Txe6

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27. Tad1

Konkret geht es nicht weiter, also kommt die einzige unbeschäftigte Figur ins
Spiel.

(27. Sd4 nebst 28.Txf7 hatte Topalow geplant, aber gerade rechtzeitig fiel ihm auf, dass 27…Td6 dem Schwarzen das entscheidende Tempo gewinnt. Der Springer muss ziehen, weil 28. Txf7 h6 zu einer schwarzen Gewinnstellung führt.)

27… Tae8

Gibt noch einen Bauern zurück, um maximal zu mobilisieren.

28. Lxd3 cxd3 29. Txd3

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Das Schlachtgetümmel hat sich ein wenig gelichtet. Die weiße Angriffswelle hat der Schwarze abgewehrt und kann nun danach trachten, selbst aktiv zu werden.

29… Te4?!

Scheinaktivität, die womöglich schon den Vorteil verschenkt.

{Er hätte sofort am Damenflügel loslaufen sollen. Nach 29… b4 30. Ld8 Db5 31. Sg5 h6 scheitert 32. Sxe6 Dxd3 33. Df6 an 33…Qxf1+! 34. Qxf1 Rxe6 und Schwarz sollte trotz Minusdame gewinnen. Mamedyarow sah diese Variante, sah aber auch, dass Weiß im 32. Zug eine Reihe anderer Möglichkeiten hat.)

30. Lf4!

Sich in eine Fesselung zu begeben, sieht heikel aus, aber in erster Linie hat Weiß jetzt endlich die Option Sg5 zur Verfügung.

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30…Le7

Spielt weiter auf Gewinn, hält die Stellung unklar.

(30… h6 31. Txc3 g5 32. Sxg5 hxg5 33. Dxg5+ ist ausgeglichen.)

31. Dg3 b4 32. Sg5 Lxg5 33. Lxg5 De6 34. h3

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Ein Luftloch kann nicht schaden angesichts des Umstands, dass Schwarz jetzt und in der Zukunft beliebig …Te1 ziehen kann.

Was ist nun der Plan für Schwarz, welches die beste Materialkonfiguration auf dem Brett? Mamedyarow entschied sich, die Damen herauszutauschen, und das mag ein Schritt in die falsche Richtung gewesen sein. Ab hier beginnt Schwarz zu driften.

34…De5?!

Aufs Brett kam der Zug nie, aber die weiße Option Td7 ist stets eine starke Drohung. Mit einer Dame auf e6 wäre auf der siebten Reihe nie etwas angebrannt.

(In aller Ruhe 34… a5 war möglich. Für den Moment droht Weiß nichts, aber je weiter die schwarzen Bauern am Damenflügel marschieren, desto dringender muss Weiß Spiel organisieren.)

(34… Dxa2? geht nicht. Nach 35. Td7 steht Weiß auf Gewinn.)

35. Kh2 Dxg3+ 36. Kxg3

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Die Drohung Td7 bleibt überaus lästig, und sie veranlasste Schwarz zu drastischen Maßnahmen.

36…h6

(36… Te1 37. Txe1 Txe1 38. Lf6 Te8 fühlt sich nicht schön an für Schwarz, aber hält wahrscheinlich. Schwarz wird darauf abzielen, dass er am Ende ein Endspiel T vs. T+L erreicht.)

37. Lxh6 Te1 38. Tf6 T1e6 39. Tf2 Te2 40. Td5 Txf2 41. Kxf2 f6 42. Le3

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Nach der Zeitkontrolle steht plötzlich ein Endspiel auf dem Brett, in dem Schwarz nicht weiterkommt und in der Folge vor allem zuschauen wird, wie der Weiße seine Mehrbauern nach und nach einsammelt. Gleichwohl kam Mamedyarows Resignation sehr früh. Wahrscheinlich wollte er einfach nur, dass es vorbei ist, nachdem ihm die Partie in den vergangenen Zügen so arg entglitten war.

1-0

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GrenkeChess-Rückschau: Als Caruanas Geheimwaffe Georg Meier traf

Meier, Georg (2.648)  – Caruana, Fabiano (2.784)

Grenke Chess Classic, 3. Runde, 2. April 2018

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. Lxc6 dxc6 5. O-O 

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Die Grundstellung der spanischen Abtauschvariante. Schwarz kann an dieser Stelle zwischen einem halben Dutzend bewährter Züge wählen.

5… Df6

Sieht ein wenig krumm aus, blockiert es doch dem Sf6 sein natürliches Entwicklungsfeld und öffnet sich nach dem zu erwartenden d2-d4 für Lc1-g5 mit Angriff auf die Dame.

6. d4 exd4 7. Lg5

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Nur steht der Läufer hier gar nicht gut. Nun erst, da ihn Schwarz nach g5 gelockt hat, zieht die Dame auf das „normale“ Feld d6, auf das sie schon im fünften Zug hätte gehen können.

7… Dd6 8. Sxd4 Le7

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Indem er den vorwitzigen Lg5 befragt, bringt Schwarz schnell seine Figuren ins Spiel, die Idee von 5…Df6.

9. Le3 Sh6

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Springer am Rande bringt Kummer und Schande? Im Prinzip schon, aber Schwarz will sich nicht den f-Bauern verstellen und wird in der Folge oft mit …f7-f5 Spiel am Königsflügel organisieren, insbesondere dann, wenn Weiß mit f2-f3 sein Zentrum stützt. Gleichwohl war auch 9…Sg8-f6 eine gute Möglichkeit.

10. Dd2

Der einzige Spieler der erweiterten Weltklasse, der diese Stellung mit den weißen Steinen schon einmal auf dem Brett hatte, ist Arkadij Naiditsch…

10… g5

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…und für genau den hatte Fabiano Caruana vor vier Jahren die Tretmine 10…g7-g5 ausgeheckt, aber seitdem nicht aufs Brett bekommen. Schwarz geht unmittelbar auf den weißen König los.

11. Sf3 Tg8

Meier hätte hier mit 12.Dxd6 eine Art Notbremse ziehen können, aber dann wäre Schwarz aller Probleme ledig, mehr als das sogar. Stattdessen entscheidet sich der  deutsche Großmeister für den prinzipiellen Zug und nimmt den Kampf an.

12. h4

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Auch Schwarz kann mit 12…f7-f6 erst einmal stehenbleiben, weiterhin Damentausch offerieren und die Partie in ruhigere Fahrwasser führen. Aber das wäre so gar nicht im Sinne des hyperaggressiven 10…g7-g5. Caruana steckt einen Bauern ins Geschäft und setzt auf Königsangriff.

12… Dg6 13. hxg5 Sg4 14. Sc3 h6

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Soll der schwarze Angriff durchschlagen, müssen am Königsflügel Linien aufgehen.

15. Lf4 Le6 16. Lxc7 Tc8 17. Lb6

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Weiß hat drei Züge investiert, um sicherzustellen, dass der schwarze König im Zentrum festgenagelt bleibt. Aber wie soll er den unter Druck setzen? Am Drücker ist nur Schwarz, und der Lb6 beäugt zwar d8, spielt aber ansonsten nicht mit, erst Recht, sobald Schwarz …c6-c5 zieht

17… hxg5 18. Se2 c5 19. Sg3 Th8 20. Tfd1 Dh6

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Die schwarze Dame-Turm-Batterie auf der h-Linie sieht furchterregend aus, aber so lange der Weiße h1 kontrolliert, ist nicht viel los – das eiskalte Urteil der Maschine. Meier fiel es angesichts der massierten gegnerischen Kräfte vor seinem Monarchen schwer, eiskalt zu bleiben.

21. b4

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Objektiv betrachtet, ist das kein guter Zug, eher eine Panikreaktion. Aber der Weiße erreicht in der Folge sein Ziel: der ausgeschlossene Lb6 spielt wieder mit, und Caruana verpasst manche beste Fortsetzung. Dennoch bleibt die Initiative auf Seiten des Schwarzen, und das ist gerade in beiderseitiger Zeitnot ein Riesenvorteil.

21… cxb4 22. Ld4 f6 23. c3 bxc3 24. Lxc3

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Wenn Weiß jetzt noch Ta1-c1 spielen dürfte, würde sich plötzlich auch der schwarze Monarch unwohl fühlen. Angesichts dieser Drohung macht Caruana den vermeintlich natürlichen Zug, verbindet seine Türme, stellt den König sicher.

24…Kf7

24… Sh2! lag schon lange in der Luft und hätte an dieser Stelle gewonnen, aber nur, wenn der Schwarze es schafft, unfallfrei durch ein kaum zu durchschauendes Variantendickicht zu navigieren.

25. Rac1 Rc4 26. Bd4 b5 27. Qa5

Auf der verzweifelten Suche nach Gegenspiel. Aber am Damenflügel Bauern einzusammeln, während auf der anderen Seite des Brettes der eigene König unter Feuer steht, ist keine gute Idee.

27… Nh2 28. Qxa6?

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Erst das ist der Fehler. 28. Se1! und Weiß hält.

28… Sxf3+ 29. gxf3 g4 30. f4 Dxf4 31. Txc4 bxc4 32. Le3 Df3!

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Plant schon Th8-h3xg3+.

33. Td6 Th3 34. Txe6

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Die nun folgende Abwicklung bis 37…D2-f1+ hatte Meier gesehen, aber ihm war entgangen, dass sich danach der Le7 tödlich in den Angriff einschaltet.

34… Txg3+ 35. fxg3 Dxe3+ 36. Kh2 Df2+ 37. Kh1 Df1+

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nebst Matt in zwei nach 38.Kh2 Dh3+ 39.Kg1 Lc5#. Meier gab auf.

0-1

Ein paar Meter weiter erlebte der sichtlich geschockte Matthias Blübaum ein Déja-vu gegen Magnus Carlsen. Wie schon in der ersten Runde trat unerwartet auf g4 ein Gaul nach ihm aus, als sich Blübaum am Ende einer forcierten Abwicklung auf dem Weg zu einem sicheren Remis wähnte.

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Nach 29… Lxc6 oder … bxc6 wäre nichts los gewesen, aber jetzt gerät der weiße König noch in Bedrängnis. Nach 30.Dg3 Dc5+ 31.Kf1 Se3+ 32.Ke2 Sf5 und erst dann 33…Dxc6 musste der Weiße noch lange um den halben Punkt kämpfen.

Aber Blübaum fing sich, führte nach dem Unentschieden gegen Fabiano Caruana auch die Partie gegen Magnus Carlsen mit präziser Verteidigung zum Remis und war im Turnier angekommen.

Eine Figur weniger trotz ausgeglichenem Material – das geht

Nicht umsonst lernen Schachschüler als erstes, stets zu prüfen, ob alle Figuren gedeckt sind. Steht nämlich eine Figur ungedeckt herum, ergeben sich für den Gegenspieler oft taktische Motive, die unsere Nachlässigkeit ausnutzen. Im simpelsten Fall nimmt der Gegner die ungedeckte Figur einfach weg, und dann haben wir eine weniger. Das ist selbst in der Bodenseeliga kaum wettzumachen.

Fortgeschrittene lernen bald, dass man beim Schach eine Figur weniger haben kann, selbst wenn auf beiden Seiten gleich viele Figuren auf dem Brett stehen. Ein Beispiel dafür hatten wir unlängst auf dem Brett, als uns das Schicksal einen noch schlechteren Spieler als Gegner bescherte.

Ahnungsloser Stümper – Perlenfischer vom Bodensee, Internetpartie März 2018

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Wenn wir durchzählen, stellt sich die materielle Lage ausgeglichen dar. Aber wenn wir genau hinschauen, stellen wir fest, dass der weiße Läufer nicht an der Partie teilnimmt. Er ist eingesperrt, und der schwarze Springer auf c3 stellt sicher, dass er sein Gefängnis nicht verlassen wird.

Die „eingesperrte Figur“

Effektiv spielt Schwarz mit einer Mehrfigur. Der Gewinnplan ist einfach: Dort angreifen, wo die eingesperrte Figur dem Gegner nicht helfen kann, in diesem Fall am Königsflügel. Zehn Züge später gab der Weiße auf.

Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel für die effektive Minusfigur hat im August 1918 der angehende Weltmeister José Raúl Capablanca kreiert. In seiner Partie gegen den Briten William Winter beim berühmten Turnier von Hastings stand es nach 15 Zügen so:

William Winter – José Raúl Capablanca, Hastings 1918

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Der Lg3 ist ausgesperrt. Weiß könnte ihn nur befreien, wenn er d3-d4 durchsetzt, aber dem hat Capablanca mit seinem Bauernduo c5/e5 einen Riegel vorgeschoben.

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José Raúl Capablanca

Schwarz spielt mit einer Mehrfigur, und wieder ist der Gewinnplan einfach: dort angreifen, wo die eingesperrte Figur den Gegner nicht helfen kann, in diesem Fall am Damenflügel. 16 Züge später gab Weiß auf.

Speziell wer Italienisch oder Spanisch spielt, muss dieses Motiv kennen: den eingesperrten Läufer auf g3 (oder g6), dem der Ausweg über f2 versperrt ist, weil sich der f-Bauer verdoppelt hat.

Kann Weiß d3-d4 (oder Schwarz …d6-d5) durchdrücken, muss der eingesperrte Läufer nicht schlecht sein, im Gegenteil. Er kann wirksam dabei helfen, das gegnerische Zentrum unter Druck zu setzen. Ist d3-d4 nicht möglich, spielt die Seite mit dem eingesperrten Läufer mit einer Figur weniger.

Ob Schachfreund Klaus jemals ein Schachbuch gelesen die Partie Winter – Capablanca studiert hat? Neulich jedenfalls, als sich die Überlinger im Pokal mit den Schachfreunden aus Steißlingen (danke für den Link auf Eurer Homepage!) gemessen haben, stand es auf seinem Brett so:

Klaus Grensing – Roland Streit, Überlingen 2018

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Das altbekannte Motiv „eingesperrter Läufer“ ließ auf Seiten der Beobachter natürlich sofort die Alarmglocken schrillen.

Andererseits, b7 hängt und das rettende d3-d4 scheint möglich zu sein.

Frage 65

Hat Weiß hier effektiv eine Figur weniger?

Steht Weiß besser, Schwarz besser oder ist die Lage etwa ausgeglichen?

Was soll Schwarz ziehen?

Hier geht’s zur Lösung

EM-Splitter: Berliner Mauer aus Pappe

Als Gary Kasparow im Jahr 2000 seinen Weltmeistertitel gegen Vladimir Kramnik verteidigte, überraschte ihn Kramnik mit der Berliner Mauer, einem System der Spanischen Eröffnung, das bis dahin als nicht ganz vollwertig galt. Wieder und wieder hämmerte Kasparow seinen Schädel gegen die Kramniksche Mauer, bis es zu spät war. Eine blutige Nase holte er sich, einen vollen Punkt nicht, und am Ende war der Titel weg.

deac
GM Deac

Seitdem gilt die Berliner Verteidigung 3… Sg8-f6 in der Spanischen Partie als beinahe unerschütterlich. Fast jeder Weltklassespieler hat sie in seinem Eröffnungsrepertoire gegen 1.e2-e4.

Bei der Europameisterschaft gelang es dem rumänischen Großmeister Bogdan-Daniel Deac jetzt, diese solideste aller Eröffnungen zu spielen und nach zehn Zügen auf Verlust zu stehen. Die Schuld dafür muss er bei sich selbst suchen.

guseinov
GM Guseinov

Sein Gegner, der aserbaidschanische Großmeister Gadir Guseinov, pflegt gegen die Berliner Verteidigung eine seltene Nebenvariante zu spielen. Selten ist die, weil sie für Weiß für nicht zu viel führt, wenn der Schwarze weiß, was er tut.

Deac wusste es nicht. Wäre er vorbereitet gewesen, hätte er gesehen, dass Guseinov gerne das seltene 6. dxe5 spielt, und er hätte sich für die Partie gewappnet. So aber saß er ahnungslos am Brett, konnte Guseinovs Nebenvariante auf eigene Faust nicht den Zahn ziehen, und würde dafür bitter bestraft.

Gadir Guseinov – Bogdan-Daniel Deac, Europameisterschaft Batumi 2018

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 Sf6

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Berlin, Berlin…

4. O-O Sxe4 5. d4 Sd6 

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6. dxe5

Statt dem fast automatischen 6.Lxc6 usw. eine nicht ungiftige Nebenvariante und nebenbei eine Spezialität von Guseinov. Ein Blick in die Datenbank, und Deac hätte ahnen können, was auf ihn zukommt, wenn er gegen Guseinov Berliner Luft schnuppern will.

6… Sxb5 7. a4

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…und der Sb5 hat keine Felder mehr.

7…Sd6? 

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Variante nach 7…Sbd4

(7… Sbd4 8. Sxd4 Sxd4 9. Dxd4 d5 10. exd6 Dxd6 wäre in Ordnung für Schwarz: Werden die Damen getauscht, hat der Nachziehende dank seines Läuferpaars unmittelbar ein angenehmes Endspiel auf dem Brett. Werden sie nicht getauscht, kann Weiß ihn nicht an der Rochade hindern. Die symmetrische Struktur stellt sicher, dass nicht viel los ist, und das Läuferpaar, dass Schwarz sogar etwas besser steht, sobald er mobilisiert hat.)

8. Lg5!

(Vielleicht hatte sich Deac auf 8. exd6 Bxd6 9. Re1+ Be7 nebst …0-0 und gutem Spiel für Schwarz verlassen. Mit dieser Fehleinschätzung ist er nicht allein. Auch Elo-2.700-GM Arkadij Naiditsch hat 8.Lg5 schon übersehen/unterschätzt.)

8… f6

(8… Be7 9. exd6 ist nicht schön für Schwarz. Die Partiefortsetzung mag allerdings noch weniger schön sein.)

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9. Te1!

Die Pointe von 8.Lg5. Vielleicht hatte Deac auch 8…f6 als günstig eingeschätzt, aber diese Möglichkeit übersehen.

(Nach 9. exd6?! Lxd6 10.Te1+ Le7 kann Weiß mit 11. Dd5 zwar auf Kompensation pochen, aber Schwarz spielt 11…d6 (jetzt hängt der Lg5), danach z.B …Se5 und …c6 und wird sich befreien. 11… fxg5? 12. Sxg5 gibt Weiß riesigen Angriff.)

9… Sxe5? 

(9… Le7 10. exd6 cxd6 11. Lf4 Se5 geschah in Horvath-Naiditsch, Mainz 2009, und Schwarz stand schlecht, aber zumindest lebte er noch.)

10. Sxe5

Weiß steht nach zehn gespielten Zügen auf Gewinn. Das Abzugsschach Sc6+ und Dh5+ drohen tödlich.

10… Le7

Allerdings muss der Weiße jetzt noch die entscheidende Kombination finden.

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11. Lxf6! gxf6 12. Dh5+ Kf8

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13. Sg6+! hxg6 14. Dxh8+ Kf7 15. Dh7+ Kf8

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Materiell steht es etwa ausgeglichen, aber der weiße Angriff ist überwältigend. Während die schwarzen Figuren hilflos eingesperrt im Abseits kauern, kann Weiß sofort weitere Kräfte an den schwarzen König heranführen. Am kräftigsten wäre 16.Sc3 nebst entweder 17.Sd5 oder 16…c6 17.Se2 nebst Sf4, und Schwarz ist erledigt. Guseinov entscheidet sich
stattdessen für einen Turmschwenk, das geht auch, ist aber mit mehr Arbeit verbunden.

16. Ta3 Sf7 17. Tae3

(besser wäre 17. Tg3 g5 18. f4 mit Gewinnstellung)

17… Lb4 18. c3

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18… Ld6

Deac will die erst e-Linie verschließen, danach …d5 spielen.

(18…Lc5 19. Th3 d5 20. Dh8+ Sxh8 21. Txh8+ Kf7 22. Txd8 ergibt ein verlorenes
Endspiel.)

19. Th3 Le5 20. Dxg6 d5 21. Th7 Le6

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22. f4 und Schwarz gab auf.

1-0

Kandidaten-Schlaglicht (I): Kramniks Neuerung …Th8-g8

Levon Aronian – Vladimir Kramnik, Kandidatenturnier Berlin 2018, 3. Runde

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Die Stellung sieht aus, als sei nicht viel los. Inmitten der Eröffnung müssen beide Seiten noch jede Menge Figuren entwickeln. Schwarz wird wahrscheinlich bald rochieren, und dann folgt eine langwierige, strategiegeprägte Positionspartie mit einer typischen Struktur, wie sie im Spanischen häufig entsteht, nachdem Lb5xc6 und …d7xc6 gespielt worden ist. Die Kommentatoren weit und breit schauten erstmal auf die anderen Bretter, als die Partien der dritten Runde wenige Minuten alt waren. Kramnik-Aronian würde sich ja noch hinziehen.

Aus Erstaunen wurde Einsicht

Dann griff Vladimir Kramnik zu seinem Turm auf h8 und zog ihn ganz unscheinbar ein Feld weiter, nach g8. Was, bitte, ist das?

Die anfängliche Belustigung („wahrscheinlich wollte er kurz rochieren und hat aus Versehen zuerst den Turm angefasst“) wandelte sich erst in Erstaunen über ein kühnes Konzept, dann in Einsicht, dass hier ein ganz Großer des Sports die Stellung schlicht besser versteht als alle Beobachter.

Sehr bald stellte sich die Frage, wie sich Levon Aronian eigentlich retten soll. Kramnik hatte ja alles andere als subtil angekündigt, dass er sich nun auf die weiße Königsstellung stürzen wird. Th8-g8 kündigt in aller Deutlichkeit g7-g5 und den folgenden Angriff an, aber der entwickelt sich nicht von jetzt auf gleich. Die Truppen müssen erst voranmarschieren, das sollte dem Weißen Zeit geben, sich auf den Sturm vorzubereiten. Aronian grübelte und grübelte, einen Weg aus der Misere fand er nicht.

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Anish Giri

Tatsächlich steht Schwarz nach Kramniks …Th8-g8 schon besser. Der russische Exweltmeister sagte nach seinem Glanzsieg, er habe diese Neuerung schon seit einigen Jahren in der Pipeline, und glücklicherweise habe sich nun bei einer derart wichtigen Partie die Gelegenheit ergeben, sie aufs Brett zu bringen. Glück war es in der Tat, dass Aronian mit 1.e2-e4 eröffnet hat, denn das tut er höchst selten.

Aber ob wir Kramnik den Rest der Geschichte glauben können? Vladimir Kramnik hat als Sekundant ja den jungen niederländischen Großmeister Anish Giri an seiner Seite, selbst ein Weltklassespieler aus der 2.750+-Liga. Und von dem ist bekannt, dass er gewissenhaft Fernschachpartien studiert. Bei seinen Studien hätte dieses auf seinem Bildschirm auftauchen können:

Ein Blick in die aktuelle Fernschachdatenbank von Chessbase zeigt, dass im Fernschach der Zug 7…Th8-g8 schon gespielt wurde.

Tatsächlich ist Kramniks Neuerung nicht unbekannt, wenngleich sie im Nahschach noch nie gespielt wurde. Im Fernschach, wo Mensch und Maschine gemeinsam deutlich besser spielen als beide Spezies das alleine könnten, hat …Tg8 den Schwarzen schon wertvolle Dienste geleistet. Auf Twitter wurde Anish Giri mit einem Mal hyperaktiv, als sein Chef den Zug aufs Brett stellte – und seinen Gegner vor eine kaum lösbare Aufgabe.

Julian Assange und der Marshall-Angriff

Seine Vorliebe für das königliche Spiel hat der Wikileaks-Gründer und hauptberufliche Enthüller Julian Assange lange vor der Öffentlichkeit verborgen. Bis jetzt. Ein Schach-Tweet von Assange beschäftigt nicht nur Denksportler.

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Was Assange uns damit sagen will? Man weiß es nicht.

Die Stellung ist jedenfalls leicht zu identifizieren, sie stammt aus einer Partie zwischen dem Kubaner José Raúl Capablanca (Weltmeister 1921-27) und dem US-Amerikaner Frank James Marshall, gespielt im Jahre 1918. Nicht irgendeine Partie, sondern die Stammpartie des „Marshall-Angriffs„, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird.

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Frank James Marshall (links) gegen José Raúl Capablanca

Im Beitrag „Marshall verprügeln“ haben wir den ebenso furchtlosen wie erfindungsreichen Frank James Marshall ja schon als Namensgeber der „Marshall-Verteidigung“ kennengelernt, einer zweifelhaften Eröffnung, der nicht einmal ihr Erfinder traute.

Der „Marshall-Angriff“, ein System der Spanischen Eröffnung, erfreut sich seit 1918 bester Gesundheit. Weil die Weißspieler ihn nur allzu gern vermeiden, ist mit dem „Anti-Marshall“ ein Komplex enzyklopädischen Umfangs entstanden, ein Tribut an die ungebrochene Vitalität des Marshall-Angriffs.

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Bewährt seit 100 Jahren: 8…d7-d5, der Marshall-Angriff. Weiß gewinnt zwar nach 9.e4xd5 und 10.Sf3xe5 einen Bauern, aber Schwarz bekommt dafür eine mächtige Initiative gegen den weißen König.

Die Geburt dieser Eröffnung verlief alles andere als komplikationsfrei. Jahrelang, heißt es, habe Frank James Marshall an seiner Eröffnungsidee getüftelt, bis er damit im Oktober 1918 in New York gegen den als beinahe unbesiegbar geltenden Capablanca in die Schlacht zog. Der, überrascht von 8…d7-d5 und 11…Sd5-f6, musste sich zwar bald einer substanziellen schwarzen Initiative erwehren, neutralisierte aber nach und nach das Spiel des Schwarzen und gewann am Ende dank seines Mehrbauern.

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Frank James Marshall zog einst 11…Nd5-f6. Heute spielen die Schwarzen fast immer 11…c7-c6. Bald folgt …Le7-d6, dann wird die schwarze Dame in der Nähe des weißen Königs auftauchen, und Schwarz hat Kompensation für den geopferten Bauern.

Statt Marshalls 11…Sd5-f6 spielten die Schwarzen bald vor allem 11…c7-c6, gefolgt von …Le7-d6 nebst einer Attacke auf den weißen König. Jahrzehntelang waren die schwarzen Angriffschancen gefürchtet, aber mittlerweile ist der Marshall-Angriff mit Computerhilfe so tief analysiert, dass die Theorie bis tief ins Endspiel reicht. Heute gilt der Marshall-Angriff als eine der remisträchtigsten Eröffnungen überhaupt, und das dürfte so gar nicht im Sinne seines Erfinders sein.

Die Stammpartie des Marshall-Angriffs: José Raúl Capablanca – Frank James Marshall, New York 1918

Baldur und die Arche Noah

„Wenn es gut werden soll, muss man es selbst machen“, dachte sich der spanische Priester und Schachmeister Ruy López de Segura, als er sich Ende der 1550er-Jahre durch das seinerzeit rare Angebot an Schachliteratur ackerte. Weil ihm sämtliche Bücher missfielen, schrieb er kurzerhand selbst eines: „Libro de la invención liberal y arte del juego del Axedrez“, das Buch von „Einfallsreichtum und Spielkunst im Schach“,  behandelte ausführlich eine Eröffnung, die bis heute fast überall auf der Welt „Ruy Lopez“ genannt wird. In Deutschland heißt sie „Spanisch“, und sie steht fast 500 Jahre nach ihrer Erfindung immer noch bei jedem Kinderturnier ebenso regelmäßig auf dem Brett wie bei Weltmeisterschaftskämpfen.

Die Züge 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 bilden den Auftakt der spanischen Partie.

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Wer glaubt, dass wir mit einem Zeitsprung zu Ruy López und seiner Eröffnung schon weit in die Schachgeschichte zurückgereist sind, der schnallt sich jetzt besser an.

Mehr als 3.000 Jahre vor dem spanischen Priester soll ein Mann namens Noah einen Kahn gezimmert haben, um sich und andere vor der Sintflut zu retten. Ob der alttestamentarische Skipper ein Schachbrett an Bord hatte, ist nicht überliefert, aber wir können heute mit Sicherheit sagen, dass zumindest sein Schiff Eingang in die Schachtheorie gefunden hat, oder, präziser: in die Theorie der spanischen Eröffnung.

In die „Arche-Noah-Falle“ sind seit Ruy López‘ Zeiten Generationen von Spanisch-Spielern getappt, und jeden von ihnen hat es den stolzen weißfeldrigen Läufer gekostet, als die Falle zuschnappte. Hätten sie bloß diese Stellung und das darin verborgene Motiv gekannt:

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Schwarz hat per …b7-b5 den weißen Läufer nach b3 zurückgetrieben, und nun wird er ihn einsperren und erobern, indem er seinen c-Bauern bis nach c4 vorschnellen lässt. Erst tauscht er auf d4 die Springer, Weiß schlägt auf d4 zurück, dann folgt …c7-c5 mit Angriff auf die Dame (mit Tempo, sagen Schachspieler), die muss ziehen, und Schwarz fängt mittels …c5-c4 den Läufer ein.

Die Arche-Noah-Falle gibt es in dutzenden Variationen, auch in anderen Eröffnungen, aber das Motiv ist immer dasselbe. Wer 1.e4 e5 spielt, sei es mit Weiß oder mit Schwarz, der wird eher früher als später die Arche-Noah-Falle auf dem Brett haben.

Neulich in der Bezirksklasse Bodensee war es bei Baldur soweit. Aus der weißen Perspektive schaute er sich folgende Stellung an und erwartete den schwarzen Zug. Für die stirnrunzelnden Zuschauer sah es derweil danach aus, als habe gleich die Arche-Noah-Falle in Person von Baldur ihr nächstes Opfer gefunden.

Frage 17:

(Baldur Patzel – Gordon Kunkel, Oktober 2017)

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Kann Schwarz nicht einfach das Arche-Noah-Rezept befolgen, …b7-b5 spielen, dann auf d4 tauschen gefolgt von …c7-c5-c4 und Figurengewinn?