EM-Splitter: Berliner Mauer aus Pappe

Als Gary Kasparow im Jahr 2000 seinen Weltmeistertitel gegen Vladimir Kramnik verteidigte, überraschte ihn Kramnik mit der Berliner Mauer, einem System der Spanischen Eröffnung, das bis dahin als nicht ganz vollwertig galt. Wieder und wieder hämmerte Kasparow seinen Schädel gegen die Kramniksche Mauer, bis es zu spät war. Eine blutige Nase holte er sich, einen vollen Punkt nicht, und am Ende war der Titel weg.

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GM Deac

Seitdem gilt die Berliner Verteidigung 3… Sg8-f6 in der Spanischen Partie als beinahe unerschütterlich. Fast jeder Weltklassespieler hat sie in seinem Eröffnungsrepertoire gegen 1.e2-e4.

Bei der Europameisterschaft gelang es dem rumänischen Großmeister Bogdan-Daniel Deac jetzt, diese solideste aller Eröffnungen zu spielen und nach zehn Zügen auf Verlust zu stehen. Die Schuld dafür muss er bei sich selbst suchen.

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GM Guseinov

Sein Gegner, der aserbaidschanische Großmeister Gadir Guseinov, pflegt gegen die Berliner Verteidigung eine seltene Nebenvariante zu spielen. Selten ist die, weil sie für Weiß für nicht zu viel führt, wenn der Schwarze weiß, was er tut.

Deac wusste es nicht. Wäre er vorbereitet gewesen, hätte er gesehen, dass Guseinov gerne das seltene 6. dxe5 spielt, und er hätte sich für die Partie gewappnet. So aber saß er ahnungslos am Brett, konnte Guseinovs Nebenvariante auf eigene Faust nicht den Zahn ziehen, und würde dafür bitter bestraft.

Gadir Guseinov – Bogdan-Daniel Deac, Europameisterschaft Batumi 2018

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 Sf6

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Berlin, Berlin…

4. O-O Sxe4 5. d4 Sd6 

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6. dxe5

Statt dem fast automatischen 6.Lxc6 usw. eine nicht ungiftige Nebenvariante und nebenbei eine Spezialität von Guseinov. Ein Blick in die Datenbank, und Deac hätte ahnen können, was auf ihn zukommt, wenn er gegen Guseinov Berliner Luft schnuppern will.

6… Sxb5 7. a4

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…und der Sb5 hat keine Felder mehr.

7…Sd6? 

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Variante nach 7…Sbd4

(7… Sbd4 8. Sxd4 Sxd4 9. Dxd4 d5 10. exd6 Dxd6 wäre in Ordnung für Schwarz: Werden die Damen getauscht, hat der Nachziehende dank seines Läuferpaars unmittelbar ein angenehmes Endspiel auf dem Brett. Werden sie nicht getauscht, kann Weiß ihn nicht an der Rochade hindern. Die symmetrische Struktur stellt sicher, dass nicht viel los ist, und das Läuferpaar, dass Schwarz sogar etwas besser steht, sobald er mobilisiert hat.)

8. Lg5!

(Vielleicht hatte sich Deac auf 8. exd6 Bxd6 9. Re1+ Be7 nebst …0-0 und gutem Spiel für Schwarz verlassen. Mit dieser Fehleinschätzung ist er nicht allein. Auch Elo-2.700-GM Arkadij Naiditsch hat 8.Lg5 schon übersehen/unterschätzt.)

8… f6

(8… Be7 9. exd6 ist nicht schön für Schwarz. Die Partiefortsetzung mag allerdings noch weniger schön sein.)

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9. Te1!

Die Pointe von 8.Lg5. Vielleicht hatte Deac auch 8…f6 als günstig eingeschätzt, aber diese Möglichkeit übersehen.

(Nach 9. exd6?! Lxd6 10.Te1+ Le7 kann Weiß mit 11. Dd5 zwar auf Kompensation pochen, aber Schwarz spielt 11…d6 (jetzt hängt der Lg5), danach z.B …Se5 und …c6 und wird sich befreien. 11… fxg5? 12. Sxg5 gibt Weiß riesigen Angriff.)

9… Sxe5? 

(9… Le7 10. exd6 cxd6 11. Lf4 Se5 geschah in Horvath-Naiditsch, Mainz 2009, und Schwarz stand schlecht, aber zumindest lebte er noch.)

10. Sxe5

Weiß steht nach zehn gespielten Zügen auf Gewinn. Das Abzugsschach Sc6+ und Dh5+ drohen tödlich.

10… Le7

Allerdings muss der Weiße jetzt noch die entscheidende Kombination finden.

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11. Lxf6! gxf6 12. Dh5+ Kf8

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13. Sg6+! hxg6 14. Dxh8+ Kf7 15. Dh7+ Kf8

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Materiell steht es etwa ausgeglichen, aber der weiße Angriff ist überwältigend. Während die schwarzen Figuren hilflos eingesperrt im Abseits kauern, kann Weiß sofort weitere Kräfte an den schwarzen König heranführen. Am kräftigsten wäre 16.Sc3 nebst entweder 17.Sd5 oder 16…c6 17.Se2 nebst Sf4, und Schwarz ist erledigt. Guseinov entscheidet sich
stattdessen für einen Turmschwenk, das geht auch, ist aber mit mehr Arbeit verbunden.

16. Ta3 Sf7 17. Tae3

(besser wäre 17. Tg3 g5 18. f4 mit Gewinnstellung)

17… Lb4 18. c3

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18… Ld6

Deac will die erst e-Linie verschließen, danach …d5 spielen.

(18…Lc5 19. Th3 d5 20. Dh8+ Sxh8 21. Txh8+ Kf7 22. Txd8 ergibt ein verlorenes
Endspiel.)

19. Th3 Le5 20. Dxg6 d5 21. Th7 Le6

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22. f4 und Schwarz gab auf.

1-0

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Gelungenes Einschwimmen im Moskauer Schach-Stahlbad (II)

Wer hat nicht schon orientierungslos am Brett gesessen, einen Plan gesucht und sich gefragt, an welchem Flügel er nun losmarschieren soll. Jemanden zu fragen, der sich auskennt, ist während einer Partie natürlich streng verboten. Aber oft müssen wir das gar nicht, weil wir die Antwort auf unsere Frage vor der Nase haben.

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Großmeister Rasmus Svane.

Die Struktur gibt die Richtung vor.

Das gilt natürlich nicht immer, aber oft dann, wenn sich Bauernketten ineinander verkeilt haben. In solchen Fällen können wir uns unsere Bauernkette als Pfeil vorstellen, der die Richtung anzeigt, in die unser Angriff laufen sollte.

Rasmus Svanes Partie aus der zweiten Runde des Aeroflot-Open war ein schönes Beispiel. (Über seine Partien aus den folgenden Runden decken wir den Mantel des Schweigens.)

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Die Bauern d5/e4 zeigen an, wo es lang geht: in Richtung weißer König. Dank des geschlossenen Zentrums und des vorgerückten e-Bauern hat der Schwarze am Königsflügel mehr Raum zu manövrieren, und der Weiße wird seine Kräfte nicht so schnell zur Verteidigung heranführen können. Obendrein feuert das schwarze Läuferpaar schon aus allen Rohren gegen die weiße Königsstellung. Da geht was.

Antwort 55

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1…Lc8xh3! Rumms! Die Stellung schrie förmlich nach diesem Einschlag, und er führt tatsächlich zum Gewinn. Allerdings muss Schwarz nach 2.g2xh3 De7-g5+ 3.Kg1-h1 die Feinheit 3…Ta8-c8! mit der tödlich-raffinierten Drohung …Lc7-h2 erspäht haben.

Antwort 56

Turm hoch und aus, „rook up and over“, es geht ganz typisch weiter. Was neulich Schachfreund Ramadan in der Bezirksklasse Bodensee vorgeführt hat, das funktioniert auch ein paar Ligen höher beim Aeroflot-Open in Moskau.

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1…Te8-e6!, gefolgt vom Turmschwenk nach g6, setzt den schwarzen Angriff entscheidend fort.

Antwort 57

Zum Abschluss der Glanzpartie ein Finale für die Galerie.

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1…Th3-h1+! und Weiß gab auf, weil nach 2.Kg1xh1 g3xf2 der f-Bauer zur Dame wird.

Eröffnungstraining im Praxistest: Konstantinos‘ erstes Lichess-Turnier (II)

Antwort 47

Da Schwarz auf d5 (noch) nicht schlagen kann (siehe Antwort 48), sollte er sich nach Wegen umschauen, energisch vorzugehen. Er steht ja für den Moment mit einem Bauern weniger da, und dieser Umstand erlaubt ihm keine Gemächlichkeiten.

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Auf c4 schlagen und die weiße Struktur reparieren, mag der Schwarze nicht so gerne, aber er mag es auch nicht, dass Lc4 und Sg5 im Verein seine Achillesferse f7 beäugen. Also schicken wir am besten den Sg5 nach Hause.

Zwar treibt 1…h7-h6 den Sg5 auf sein natürliches Feld f3, aber nach 1…h7-h6 2.Sg5-f3 haben wir die schöne und für diese Variante typische (siehe weiter unten) Fortsetzung 2…e5-e4, die den Weißen nicht zur Ruhe kommen lässt.

Antwort 48

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1…Sf6xd5? ist ein simpler taktischer Fehler, der einem Spieler mit 1.900-Taktik-Rating nicht passieren sollte. Weiß spielt das offensichtliche 2.Dd1-f3 (Achillesferse f7, siehe oben), und bei Schwarz brennt es an mehr Stellen, als er löschen kann. Nach 2…Le6 3.Sg5xe6 f7xe6 4.Dd1-h5+ steht Weiß fast auf Gewinn.

Antwort 49

Schwarz hat großes Interesse daran, den Sg5 aus seinem Lager zu vertreiben, das haben wir ja schon gesehen. Darum rechnet Weiß damit, dass Schwarz im nächsten Zug …h7-h6 spielt.

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Um dem Springer das Feld e4 zu sichern und …h7-h6 nicht mit Sg5-f3 beantworten zu müssen (wo der Gaul gleich noch einmal per …e5-e4 getreten würde), probieren die Weißen an dieser Stelle immer häufiger Lb5-d3 (wenn sie die Variante überhaupt spielen. Die ganze Chose gilt als angenehm für Schwarz, aber dieses ist das einzige Abspiel, in dem noch Diskussionsbedarf zu bestehen scheint).

Antwort 50

Wir wollen den Sg5 rausschmeißen, das müsste nach Antwort 48 und 49 an dieser Stelle schon klar sein.

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1…h7-h6 2.Sg5-f3 e5-e4 gibt dem Schwarzen sehr angenehmes Spiel.

Antwort 51

Die Ponziani-Eröffnung, noch so ein uraltes Ding.

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Wie im Italienischen will der Weiße sich nach 3.c2-c3 per d2-d4 ein perfektes Bauernzentrum bauen, versperrt dafür aber seinem Sb1 das natürliche Feld c3 und verzögert seine Entwicklung.

Schwarz hat zwei gute Wege, dem Ponziani den Zahn zu ziehen, entweder 3…d7-d5 (nach 4.e4xd5 Dd8xd5 muss die exponierte schwarze Dame nicht befürchten, bald von Leichtfiguren angerempelt zu werden, denn der Weiße hat sich ja das Feld c3 zugebaut) oder Konstantinos‘ Zug 3…Sg8-f6 mit Druck gegen den e4-Bauern.

Antwort 52

WIchtig ist erst einmal zu verstehen, dass Konstantinos‘ Zug 5…Sf6-g4? keinen Sinn ergibt. Nach 6.c3xd4 steht der Springer beschäftigungslos im Abseits.

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Viel besser ist 6…Sf6-d5. Nach 7.c3xd4 hat der Schwarze zwar ein auf den ersten Blick imposantes Bauernzentrum, aber bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass dieses Zentrum ganz schnell zerbröseln kann.

Schwarz wird es bald anknabbern, entweder sofort mit 7…d7-d6, oder er bringt erst seinen Läufer ins Spiel: 7…Lf8-b4+ 8.Lc1-d2 d7-d6, und Schwarz steht jeweils prima.

(Für Profis: 6…Sf6-e4 ist wahrscheinlich spielbar, aber kritisch. Nach 7.Dd1-e2 hat der Springer kein Feld, 7…f7-f5 ist erzwungen, gefolgt von 8.exf6 d7-d5. Wir wollen nicht ausschließen, dass Schwarz in den folgenden Komplikationen Kompensation für seinen Minusbauern nachweisen kann, aber er hat es gar nicht nötig, sich auf derart dünnes Eis zu begeben. 6…Sf6-d5 ist ja einfach und gut.)

Antwort 53

Rhetorische Frage, hat er natürlich nicht, sonst würde er so einen Mist nicht spielen.

Marshall verprügeln.

Antwort 54

Rhetorische Frage, hat er natürlich nicht, sonst würde er so einen Mist nicht spielen.

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Also noch einmal:

  • Unser Läuferpaar geben wir nur her, wenn wir etwas dafür bekommen.
  • Wenn wir unseren Gegner in eine Fesselung manövriert haben, dann wollen wir diese Fesselung aufrecht erhalten und sie nicht ohne Not aufgeben.
  • …Lb4xc3 beschädigt nicht die Struktur des Weißen, im Gegenteil. Mit b2xc3 schlägt Weiß ja Richtung Zentrum, ein Indiz, das wir ihm eher helfen. Außerdem ist der (temporäre) Doppelbauer des Weißen auf der c-Linie keine Schwäche. Weiß kann ihn nach Belieben per c4xd5 auflösen, dabei die Stellung öffnen und sich in einer offenen Stellung seines Läuferpaars erfreuen (während wir unseres einfach so hergegeben haben).

Marshall verprügeln

Stephan Lipphaus – Constantin Schirowski, Überlingen, Oktober 2017

Frage 4:

Am Anfang bringen wir unsere Figuren ins Spiel, meistens erst die Springer, dann die Läufer.

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Schwarz hält sich daran, gerade hat er 2….Nf6 gespielt.

Alles richtig gemacht also?


Frage 5:

Schwarz hat gerade …Lxc3+ gespielt, und uns wird nichts anderes übrig bleiben, als auf c3 zurückzuschlagen und einen Doppelbauern in Kauf zu nehmen.

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Ein schlauer Zug von Schwarz?


Frage 6:

Die Schlacht tobt, und es sieht so aus, als hätten wir ordentliche Aussichten, einen Angriff gegen die arg aufgeweichte schwarze Königsstellung zu inszenieren. Aber erst einmal müssen wir ein konkretes Problem lösen.

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Schwarz hat auf e5 einen Springer geschlagen, um seinen lahmenden Gaul gegen unseren stolz im Zentrum platzierten abzutauschen. Jetzt müssen wir auf e5 zurückschlagen.

Wie machen wir das am besten?

Zu den Antworten geht’s hier

Marshall verprügeln II

Antwort 4:

Schwarz hätte erst seinen Bauern auf d5 mittels …e6 (Damengambit) oder …c6 (Slawisch) stützen sollen, bevor er eine Figur entwickelt. 2…Sg8-f6 gibt ohne Not das Zentrum preis.

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Weiß sollte die Einladung annehmen, sich ein perfektes Bauernzentrum e4/d4 zu bauen. Erst schlägt er auf d5, dann folgt e2-e4, und Weiß beherrscht/besetzt alle Zentralfelder, während der Schwarze Zeit verliert, indem er mit seinem Springer herumziehen muss.

Obgleich der schwarze Zug 2…Sf6 nicht so toll ist, hat die Eröffnung einen Namen: die Marshall-Verteidigung, benannt nach dem amerikanischen Schachmeister Frank James Marshall (1877-1944), seinerzeit ein gefürchteter Angriffsspieler. Aber sogar Frank Marshall hat „seine“ Verteidigung nicht mehr gespielt, nachdem er sie 1925 gegen den angehenden Weltmeister Alexander Aljechin ausprobiert hatte und fürchterlich verprügelt worden war.

Tipp für Profis: Nach 1.d4 d5 2.c4 Sf6 3.cxd5 Sxd5 4.e4 Sf6 5.Sc3 e5 schafft es Schwarz doch, sich im Zentrum dagegenzustemmen, und alles ist halb so wild. Aus diesem Grund gilt 4.Sf3! und erst danach e2-e4 als präziser.


Antwort 5:

Ohne Not geben wir unser Läuferpaar nicht her, außer wir bekommen etwas dafür. Und wenn wir schon eine gegnerische Figur gefesselt haben (der schwarze Lb4 fesselte unseren Sc3), dann wollen wir diese Fesselung aufrecht erhalten, um dem Gegner das Leben schwer zu machen.

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Schwarz könnte denken, dass er es immerhin geschafft hat, unsere Struktur zu beschädigen, weil er uns auf c3/c4 einen Doppelbauern verpasst hat (vergleiche Frage 1 und 2). Aber dieser Doppelbauer ist keine Schwäche. Weder ist er isoliert, noch kann Schwarz verhindern, dass wir ihn auflösen (zum Beispiel via c4xd5).


Antwort 6:

Mit dem Läufer auf e5 zurückzuschlagen, sieht natürlicher aus. Von seinem zentralen e5-Posten aus lugt der Läufer in die eh schon geschwächte schwarze Königsstellung, Weiß hat klaren Vorteil. Wenn wir stattdessen mit dem Bauern zurückschlagen, haben wir uns einen verdoppelten e-Bauern eingehandelt, der zudem unseren schwarzfeldrigen Läufer auf g3 einsperrt.

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Und doch ist das hässliche, weniger natürliche d4xe5 der Gewinnzug. Die oben aufgeführten positionellen Erwägungen sind zwar richtig, aber nicht relevant, weil d4xe5 konkret taktisch gut ist. Von e5 aus greift unser Bauer seinen Sf6 an, und nur der deckt seinen g4-Bauern. Zieht der angegriffene Springer, schlägt unsere Dame auf g4 und wird zum Teil unserer Attacke auf den schhwarzen König. Lg3xe5 gäbe Schwarz stattdessen Zeit, mittels …h6-h5 den g4-Bauern zu decken und seinen Laden erstmal zusammenzuhalten.

Strukturschwächen

Constantin Schirowski – Arno Dirksen, Überlingen, Oktober 2017

Frage 1:

Früh den König in Sicherheit zu bringen, ist generell eine gute Idee, eines der wichtigsten Prinzipien in der Eröffnung.

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Arnos hat Gegner diese Idee befolgt, indem er 0-0 spielte.

Ein guter Zug also?


Frage 2:

Ob ein Doppelbauer stark oder schwach ist, das ist oft nicht so leicht zu beurteilen. Aber wenn es sich wie hier um einen isolierten Doppelbauern handelt, ist die Lage fast immer eindeutig.

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Die armseligen Gesellen auf c3 und c4 können einander nicht decken, und Schwarz wird zumindest den Bauern auf c4 früher oder später erobern, denn der kann nicht einmal von einem Turm auf der c-Linie gedeckt werden.

Wie sollte sich Schwarz aufstellen, um dem isolierten Doppelbauern zuleibe zu rücken?


Frage 3:

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Arno, getrieben von der Sorge, dass sich auf d5 ein weißer Turm einnistet, hat gerade …c7-c6 gezogen, um das Feld d5 zu kontrollieren.

Was halten wir davon?