Der Schachsommer wird heiß: FIDE-Präsident Nigel Short?

Nigel Short will FIDE-Präsident werden. Das bestätigte der Brite jetzt der „Aftenposten“ (Abendpost), der größten Zeitung Norwegens. Die Ankündigung des ehemaligen WM-Herausforderers platzt mitten in eine Schlammschlacht zwischen Amtsinhaber Kirsan Iljumschinow und seinem Vize Georgios Makropoulos. Short ist nach diesen beiden der dritte Kandidat, der seinen Hut für die Wahl im Oktober in den Ring wirft. „Das Schach verdient eine bessere Alternative“, sagt der 52-Jährige.

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Die Geschichte des Schach-Weltverbandes ist seit der Amtsübernahme des Philippino Florencio Campomanes 1982 reich an schmierigen Gestalten und substanziellen Krisen. Und doch ist die jüngste Misere ohne Beispiel, wahrscheinlich ebenso existenzbedrohend wie jene, als der Schachweltverband Mitte der 90er-Jahre am Ende der Campomanes-Ära abgewirtschaftet und zerfressen von Korruption und Intrigen vor dem Aus stand. Immerhin hatte die FIDE damals noch ein Bankkonto. Das hat sie heute nicht mehr.

Polit- und Wirtschaftsmarionette

1995 trat ein bis dahin im Westen unbekannter Kalmücke namens Kirsan Iljumschinow auf den Plan, gerade gewählt zum Präsidenten der kalmückischen Republik, bestens vernetzt mit der neuen russischen Elite und willens, dem Schach mit großen Mengen Geld wieder auf die Beine zu helfen. Dass Schachpräsident Iljumschinow auch und manchmal in erster Linie als Marionette russischer Polit- und Wirtschaftsinteressen durch die Welt reiste, letzter Staatsgast sowohl von Muammar al-Gaddafi wie von Saddam Hussein war, ließ sich leicht übersehen, so lange die Kasse stimmte. Und die schachfremden Medien berichten seit 20 Jahren eh lieber über Iljumschinows Begegnung mit Aliens, als ihn ernsthaft zu durchleuchten.

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Gut fünf Monate vor dessen Tod besuchte Iljumschinow Muammar al-Gaddafi.

Auch bei Syriens Machthaber Baschar al-Assad wäre Iljumschinow einer der letzten Staatsgäste vor dessen Entmachtung gewesen, wäre Russland nicht in letzter Sekunde eingeschritten, um Assad im Amt zu halten. Den Syrer hatte Iljumschinow nach Ansicht des US-Finanzministeriums nicht besucht, um im vom Bürgerkrieg erschütterten Land das Schachspiel zu verbreiten, sondern um mit Hilfe seiner Bank Ölgeschäfte zwischen dem Diktator und der Terrortruppe ISIS abzuwickeln. Dafür landete Iljumschinow Ende 2015 auf der US-Sanktionsliste, und auf der steht er immer noch.

Auch die Deutsche Bank will das Geld der FIDE nicht

Das bescherte der FIDE ein Problem, denn Menschen auf dieser Liste haben bei internationalen Kreditinstituten keinen Kredit. Die Schweizer Bank UBS, über die die FIDE ihre Geldgeschäfte abwickelt, drohte dem Weltverband, seine Konten zu sperren, sollte Iljumschinow im Amt bleiben. Die FIDE erwirkte mehrfach einen Aufschub, aber Ende April 2018 zog die UBS die Reißleine. Die FIDE hatte zuvor bei mehreren anderen Kreditinstuten angefragt, unter anderem bei der Deutschen Bank, aber keines gefunden, das ihr Geld will, so lange Iljumschinow im Amt ist.

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Bei der Amtsübergabe: Ende 2015 übernahm Makropoulos die FIDE-Geschäfte. Iljumschinow klebt seitdem am Präsidentenamt und will es über 2018 hinaus behalten.

Der FIDE-interne Bruch zwischen Iljumschinow und seinen ehemaligen Steigbügelhaltern um Vizepräsident Makropoulos begann, als das US-Finanzministerium einschritt. Erst trat Iljumschinow zurück, trat dann vom Rücktritt zurück, und schließlich kulminierte der Bruch in der ultimativen Aufforderung des FIDE-Vorstands an seinen Präsidenten, sein Amt niederzulegen. Doch der klebt an der Präsidentschaft, lässt seit Ende 2015 Makropoulos zwar die Geschäfte führen, aber tingelt seitdem auf Wiederwahlkampftour über die Welt, zuletzt durch Asien und Afrika, um für sich zu werben („Stimmen zu kaufen“, würde mancher behaupten). Am Ende einer Reihe von Possen veröffentlichte Kirsan Iljumschinow vor einigen Tagen sein Team, darunter ein Amerikaner, der wahrscheinlich nicht existiert, und eine vermeintliche thailändische Prinzessin, die keine Prinzessin ist.

Team Kirsan: Fantasie-Kandidat und Schummelprinzessin

Deren Lebensläufe musste er für die Vorstandssitzung des Russischen Schachverbands einreichen, der am vergangenen Wochenende darüber befand, wen Russland bei der FIDE-Wahl im Oktober unterstützen wird. Seit Monaten war spekuliert worden, Russland werde mit Ex-Weltmeister Anatoli Karpow einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, um bei der FIDE weiter die Fäden in der Hand zu halten. Der Milliardär und Chef des russischen Verbandes Andrey Filatov hatte Iljumschinow noch im Februar die Unterstützung verweigert und ihn zuletzt bei der Wahl um Spitze des russischen Schachverbands ausgestochen. Die Tage des Kalmücken als globale russische Marionette seien gezählt, hieß es seitdem.

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Mächtiger Mann des russischen Schachs: Andrey Filatov.

Dennoch votierten die russischen Schachgranden unter Filatovs Vorsitz jetzt für Iljumschinow und sein „Team“, und das ohne Gegenstimme. Eine überraschende Entscheidung, die sich bislang jeder Erklärung entzieht. Vielleicht (und das ist Spekulation) will die russische Politik das Narrativ von der US-amerikanischen Verschwörung gegen Iljumschinow weiter pflegen. In dieses Bild würde passen, dass die russische Botschaft laut Aftenposten schon im Frühjahr beim norwegischen Schachverband anklopfte (und wer weiß, wo noch?), um Unterstützung für Iljumschinow zu sichern. Womöglich war es eine Order des Kreml (Vorsicht, hinter dem Link verbirgt sich ein zu Verschwörungstheorien neigendes Blog), den seit 1995 amtierenden FIDE-Präsidenten ein weiteres Mal zu unterstützen.

Das Ende der FIDE als handlungsfähige Organisation

Wer sich nun den Mann und sein Team und die US-Sanktionsliste betrachtet, braucht kein Insiderwissen, um zu sehen, dass Iljumschinows Wiederwahl das endgültige Ende der FIDE als handlungsfähige Organisation wäre. Wer sich dann die Wahlstruktur und -kultur bei der FIDE anschaut (jede Föderation hat eine Stimme, egal wie groß. Die Stimmen der kleinen Föderationen aus Afrika und Asien werden in der Regel gekauft), der sieht, dass spätestens mit dem russischen Votum für Iljumschinow dessen Wiederwahl das wahrscheinlichste Szenario ist, ungeachtet der Folgen.

Nigel Short sieht das anders. „Jetzt sind drei Kandidaten im Rennen, das ist eine neue Geschichte“, erklärte der Brite der Schachseite chess.com. Will er eine Chance haben, muss er zumindest alle europäischen und amerikanischen Föderationen hinter sich vereinen und hoffen, dass er noch anderswo fischen kann. In dieser Hinsicht hilft dem britischen Weltenbummler, dass er in vielen der exotischen FIDE-Länder bekannt und beliebt ist.

Und Europa? Schon der Präsident des norwegischen Verbands hegte gegenüber dem Aftenposten Zweifel: „Ich kenne Nigel Short als exzellenten Schachspieler. Ob er ein exzellenter Präsident wäre, da bin ich mir nicht sicher“ , sagt Morten Madsen. Nicht einmal auf die Unterstützung des englischen Verbands kann Short zählen. Dessen Delegierter, Shorts Jugendfreund Malcolm Pein, will zwar auch den Wechsel, hat sich aber schon dem Lager Makropoulos‘ angeschlossen, in dessen Team er als Vizepräsident kandidiert.

„Vertrag mit Agon beenden“

Ende Mai will Short sein Team und weitere Unterstützer vorstellen und sich bis dahin bedeckt halten. Nur ein dringendes Anliegen macht er jetzt schon öffentlich: „Ich will den Vertrag mit Agon beenden. Die FIDE hat davon in keiner Weise profitiert und angesichts verpasster Möglichkeiten sogar eine Menge verloren.“

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Ilya Merenzon.

Agon ist die mit Iljumschinow verbundene Schachvermarktungsfirma, die unter dem Namen „Worldchess“ die Rechte an WM-Kämpfen, Kandidatenturnier, World Cup und Grand Prix hält, sich traditionell schwer damit tut, potente (westliche) Sponsoren zu finden, und bei der Vermarktung jeder ihrer Veranstaltungen ein trauriges Beispiel dafür abliefert, wie es nicht geht. Für das WM-Match im November in London zum Beispiel sucht Agon schon Sponsoren, aber auf der offiziellen Website ist noch nicht einmal zu sehen, wer um den Titel spielen wird.

Agon-Chef Ilya Merenzon hat neulich mit dem Handelsblatt gesprochen und dabei seine enge Verbindung zu Iljumschinow dokumentiert. Unter anderem rühmte Merenzon die Weitsicht des FIDE-Präsidenten, der es schaffe, seiner Organisation trotz des US-amerikanischen Störfeuers Handlungsoptionen zu erhalten. Das Problem sieht Merenzon eher darin, dass Iljumschinows segensreiche Handlungen nicht richtig kommuniziert werden.

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Zumindest in Sachen Kommunikation haben Iljumschinow und Makropoulos jetzt einen schlagkräftigen Kontrahenten. Short gilt als jemand, der sich nicht scheut anzuecken, nie ein Blatt vor den Mund nimmt und keinem Streit aus dem Wege geht. Aber ob er Schachpolitik so gut spielt wie Schach? In dieser Disziplin hat Iljumschinow zuletzt keine Geringeren als Karpow und Kasparow besiegt.

Es wird ein heißer Schachsommer.

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Iljumschinows FIDE findet keine Bank, die ihr Geld will

FIDE-Schatzmeister Adrian Siegel muss das Geld des Schach-Weltverbands bald in seine Matratze einnähen oder daheim im Tresor deponieren. Eine Bank, die mit ihr zusammenarbeiten will, findet die FIDE jedenfalls nicht, so lange Präsident Kirsan Iljumschinow auf der US-Sanktionsliste steht.

(Update, 12. April: Die FIDE hat jetzt Zusammenfassungen und Protokolle der entscheidenden Minuten aus drei Sitzungen ihres Präsidiums veröffentlicht. Anhand der Dokumente soll jeder nachvollziehen können, wie es zum Bruch mit Iljumschinow und zur Kandidatur Makropoulos‘ kam.)

(Update, 11.April: Ein Gönner aus Katar hat der FIDE angeboten, ihre Geldgeschäfte zu erledigen, wenn sie ab dem 30. April keine Bank mehr hat. Das und mehr erklärte Interims-FIDE-Präsident und Präsidentschaftskandidat Georgios Makropoulos jetzt in einem mehr als lesenswerten Interview mit chess.com.)

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Kirsan Iljumschinow

Einen Aufruf des FIDE-Präsidiums zurückzutreten, lehnte Iljumschimow jetzt bei der Präsidiumssitzung in Minsk (Weißrussland) ab. Stattdessen kündigte er an, im Oktober zur Wiederwahl anzutreten. Seit Wochen schon reist Iljumschinow durch die Welt, um für seine Wiederwahl zu werben. Jetzt läuft nebenbei sein Twitter-Account auf Hochtouren, darin heißt es unter anderem, er wolle seine Werbetour noch ausweiten, „vielleicht 70 oder 80 Länder besuchen“. Auch glaubt er nicht, dass die FIDE-Konten gesperrt werden, schon gar nicht wegen ihm.

Wie isoliert der Kalmücke derweil in seiner Organisation ist, zeigt das 14:1-Votum für die Resolution (inklusive der Stimme des Ex-DSB-Präsidenten Herbert Bastian), die ihn auffordert, sein Amt niederzulegen.

Die Schweizer Bank UBS hatte der FIDE zum 28. Februar die Geschäftsbeziehung gekündigt. Der Schachverband handelte eine Fristverlängerung bis zum 30. April heraus in der Hoffnung, bis dahin die Personalie Iljumschinow geklärt zu haben. De Facto sitzt in der FIDE seit drei Jahren Vizepräsident Georgios Makropoulos am Ruder.

Andere Banken kontaktiert – vergebens

Siegel und FIDE-Geschäftsführer Nigel Freeman haben nach der UBS-Kündigung Kontakt zu mehreren anderen Banken in der Schweiz und anderswo aufgenommen. Dem Präsidium berichteten sie laut einer FIDE-Pressemitteilung nun, dass alle Geldinstitute gerne mit der FIDE zusammenarbeiten würden, aber nur, wenn Iljumschinow nicht mehr im Amt ist. In der gegenwärtigen Konstellation finde die FIDE kein Kreditinstitut.

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Georgios Makropoulos

Die finanzielle Lage der FIDE stellte Vizepräsident Georgios Makropoulos als gesund dar, eine überraschende Botschaft. Aufgrund ausbleibender Einnahmen, unter anderem von ihrer Schachvermarktungsfirma Agon, und unkontrollierten Spesen hatte die FIDE zuletzt einen rasanten finanziellen Sturzflug hingelegt, in dessen Verlauf ihre Mittel von gut 2 Millionen auf gut 300.000 Euro zusammengeschmolzen waren.

Makropolous sagte nun, man habe unnötige Kosten gestrichen und mittlerweile sogar wieder Reserven angehäuft. Zahlen veröffentlichte die FIDE anlässlich ihrer Präsidiumssitzung nicht.

Makropoulos kündigt Kandidatur an

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Anatoli Karpow

Für die Präsidentschaftswahl Anfang Oktober kündigte Vizepräsident Makropoulos an, als Präsident zu kandidieren. Makropoulos bekleidet seit mehr als 30 Jahren Führungsämter in der FIDE. Den seit 1995 amtierenden Iljumschinow unterstützte er lange bedingungslos, rückte dann von ihm ab, als die USA ihn auf die Sanktionsliste setzten und ihm die Einreise verwehrten.

Sollte Iljumschinow seine Ankündigung, ebenfalls zu kandidieren, wahr machen, stehen schon zwei Kandidaten im Ring. Dazu könnte sich noch Exweltmeister Anatoli Karpow gesellen. Das Gerücht über dessen Kandidatur kursiert seit Monaten unwidersprochen.

Geschäfte mit Assad und Isis: Schweizer Bank UBS sperrt die Konten des Welt-Schachverbands FIDE

Update 5.April: Die beiden Schreiben der UBS an die FIDE sind jetzt an die Öffentlichkeit gelangt (siehe Ende dieses Beitrags).

Ein Match um den Weltmeistertitel wäre für jeden Schachspieler die Chance seines Lebens.  Um sich dafür zu qualifizieren, würde jeder Profi gratis spielen. Genau das könnte den acht Teilnehmern des Kandidatenturniers im März in Berlin tatsächlich passieren. Die Schweizer Bank UBS hat die Konten des Schach-Weltverbands FIDE gesperrt. (Update: Laut einem Bericht der Seite chess.com sind die Konten noch nicht gesperrt. Die UBS droht, sie im April 2018 stillzulegen.)

Die FIDE ist eine traditionell zwielichtige Organisation mit zwielichtigen Gestalten an der Spitze. FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow steht seit gut zwei Jahren auf der US-Sanktionsliste, unter anderem weil er bei Ölgeschäften zwischen dem syrischen Assad-Regime und der Verbrechertruppe Isis vermittelt haben soll. Deswegen durfte er schon zum WM-Match 2016 in New York zwischen Magnus Carlsen und Sergej Karjakin nicht in die USA reisen.

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FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow mit Syriens Diktator Bashar al-Assad. (Foto: FIDE)

Damit die UBS trotz Iljumschinows Verbindungen zu international tätigen Schurken der FIDE nicht den Geldhahn zudreht, hat der Schachverband der Bank fortwährend versichert, dass der Name ihres Präsidenten bald von der Liste verschwindet. Das ist zwei Jahre lang nicht passiert. Jetzt haben die Banker die Reißleine gezogen, um Ärger mit der Justiz zu vermeiden. In der Schweiz gelten seit einigen Jahren hinsichtlich potenzieller Geldwäsche und Steuerbetrug strikte Regeln für Geldhäuser, die „White Money Strategy“.

Für das Kandidatenturnier in Berlin sind weiterhin 420.000 Dollar Preisgeld ausgeschrieben. Wie die den acht Teilnehmern nun ausgezahlt werden sollen, ist offen. Anreisen und spielen werden sie allemal, es geht ja um die Chance ihres Lebens.

Link zum Brandbrief des FIDE-Schatzmeisters.

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Siegbert Tarrasch: die Helene Fischer der Schachpublizisten

Anderswo erfahren Meister ihres Fachs Respekt und Anerkennung. Nur die Deutschen erfreuen sich daran, Landsleute zu verspotten, die ihr Handwerk, ihr Geschäft und/oder ihre Kunst meisterhaft beherrschen und damit Erfolg haben.

Siegbert Tarrasch war Weltklasse, in mancher Hinsicht seiner Zeit voraus und hat obendrein instruktive Lehrbücher geschrieben, in denen er seine Erkenntnisse teilte. Aber der Doktor aus Breslau war eben auch ein schlechter Verlierer, der seine Feindschaften pflegte und sich schwer damit tat, die Klasse und die Erkenntnisse anderer anzuerkennen. Und darum ist Siegbert Tarrasch heute weniger ein deutscher Schach-Held und mehr die Helene Fischer der Schachpublizisten.

Düsseldorfer Seeklima

Tarraschs Errungenschaften werden selten gepriesen, aber stets wird munter auf ihn eingedroschen. Tarraschs (erfundenes?) Zitat vom „Düsseldorfer Seeklima“, mit dem er eine Niederlage gegen Emanuel Lasker entschuldigt haben soll, hängt ihm seit mehr als 100 Jahren an wie dem FIDE-Präsidenten Kirsan Iljumschinow seine vermeintliche Begegnung mit Außerirdischen.

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Emanuel Lasker

Vor einiger Zeit haben wir im Beitrag „Tarrasch und sein Lieblingsfeind“ einen Kulturkampf beleuchtet, ausgefochten eingangs des 20. Jahrhunderts zwischen den „Klassikern“, angeführt von Siegbert Tarrasch, und den „Hypermodernen“, angeführt von Aaron Nimzowitsch.

Tarrasch und Nimzowitsch haben manche Beleidigung ausgetauscht („mittelmäßige Geisteshaltung“), und doch mag unser der Titel „Lieblingsfeind“ überzogen gewesen sein, weil Tarrasch seine Fehde mit Emanuel Lasker (Weltmeister 1894-1921) womöglich noch intensiver pflegte als die mit Nimzowitsch.

Nicht einmal Johannes Fischer, wahrscheinlich der kultivierteste aller deutschen Schachschreiber, kann sich gänzlich vom Tarrasch-Bashing freimachen. Aber er beleuchtet in einem lesenswerten Beitrag für Chessbase die Fehde Tarrasch-Lasker und zeigt eine viel debattierte Partie, in der Tarrasch seinen Widersacher erst vom Brett fegte und dann nach einem Bluff(?) Laskers auf mysteriöse Weise den Faden verlor.

Johannes Fischer über die Fehde Siegbert Tarrasch vs. Emanuel Lasker.