Die vier Gebote der Eröffnung (II)

Antwort 29

Als erstes sollte den Schwarzspieler die Option anspringen, seinen potenziell schlechten weißfeldrigen Läufer zu entwickeln. Wer seine Bauern auf den weißen Feldern festlegt so wie hier der Schwarze, der sollte eine Idee haben, wie er seinen weißfeldrigen Läufer ins Spiel bringt, um ihn nicht hinter seinen Bauern einsperren zu müssen. Hier hat der Weiße dem Schwarzen auf dem Silbertablett eine Gelegenheit serviert, den Lc8 kräftig mitspielen zu lassen.

Edwin Thiebe – Klaus Grensing, Überlingen, November 2017

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3…Lc8-f5 sieht verlockend aus. Nachdem sich Weiß mit 3.f2-f4 die Möglichkeit genommen hat, das Zentralfeld e4 mit Bauern zu kontrollieren, würde ein schwarzer Läufer auf f5 betonen, dass Weiß Probleme mit der Kontrolle dieses Feldes hat. Spielt Weiß Lf1-d3, hat Schwarz gegen einen Abtausch der weißfeldrigen Läufer nichts einzuwenden, schließlich ist der weißfeldrige Läufer eine zentrale Figur im Konzept des Weißen, der alle seine Bauern auf die schwarzen Felder gestellt hat.

3…Lc8-g4 ist ebenfalls ein guter Zug. Dagegen muss Weiß entweder per 4.Lf1-e2 den Abtausch der Läufer zulassen oder per 4.Sg1-f3 seinen Springer in eine Fesselung stellen. Sollte er später mit h2-h3 den Lg4 belästigen, hat Schwarz auch gegen einen Abtausch auf f3 nichts einzuwenden. In einer tendenziell blockierten Stellung wie dieser sind Springer stark, und auch das Einpflanzen eines Gauls auf e5, gefolgt von einem Vormarsch am Königsflügel, ist wesentlicher Teil des weißen Konzepts.

Ob 3…Lc8-f5 oder 3…Lc8-g4, beide Züge fahren dem Weißen ordentlich in die Parade, sie machen es ihm schwer, eine wirksame Aufstellung zu finden. Er wird nicht einfach einen Läufer nach d3 und einen Springer nach e5 beordern können, dann die Dame zum Königsflügel bringen und gegen den kurz rochierten schwarzen König losmarschieren, so wie er es tun würde, sollte Schwarz seinen Lc8 mit …e7-e6 einschließen.

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Schwarz hat weitere schöne Optionen, er muss sich an dieser Stelle noch nicht festlegen. Er könnte auch mit 3…c7-c5 am weißen Zentrum knabbern, gefolgt von 4…Sb8-c6. Oder er spielt 3…g7-g6, bereitet die Entwicklung des Lf8 vor und hält zugleich seinem Lc8 alle Möglichkeiten offen.

Und das führt uns direkt zu

Antwort 30

und einem (moderat fortgeschrittenen) Eröffnungskonzept: Flexibilität.

Rekapitulieren wir kurz, was in der Eröffnung zu tun ist:

Die vier Gebote der Eröffnung

  • Leichtfiguren entwickeln, oft erst die Springer, danach die Läufer
  • Zentrum beherrschen
  • Den König in Sicherheit bringen
  • Gelegentlich dem Gegner dazwischenfunken

Wer sich nur an diese vier Gebote hält, wird automatisch gute Eröffnungszüge spielen. Wir könnten nun feststellen, dass 3…e7-e6 ein schlampiger Zug ist, weil er ohne Not den Lc8 einsperrt und folglich das erste Gebot einzuhalten schwierig macht. Aber 3…e7-e6 verstößt noch gegen ein weiteres Gebot:

  • Optionen offen halten

3…c7-c5 oder 3…g7-g6 wären konstruktive Züge, die uns im Zentrum voranbringen und/oder unsere Entwicklung beschleunigen. Die Optionen …Lc8-f5 oder …Lc8-g4 (viertes Gebot!) bleiben offen, Schwarz bleibt flexibel, er kann später entscheiden, von wo aus der Lc8 dem Weißen dazwischenfunken soll.

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3…e7-e6 nimmt dem Schwarzen Optionen und schenkt dem Weißen ohne Not einen perfekten Stonewall. Während der Lc8 eingesperrt ist, wird der Weiß Lf1-d3 spielen, Sg1-f3-e5, 0-0, und dann kann er sich am Königsflügel ausbreiten, ohne dass ihm der Schwarze dazwischengefunkt hätte.

Antwort 31

Der Schwarze hat erkannt, dass seine Chancen eher am Damenflügel liegen, während der Weiße eher am Königsflügel angreifen wird. Leider zieht er die falschen Schlüsse daraus und hilft wieder einmal dem Weißen.

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Vordergründig betrachtet, gewinnt …c5-c4 ein wenig Raum. Vor allem aber legt es die Stellung auf absehbare Zeit fest. Schwarz wird ewig brauchen, bis er zum Beispiel …b7-b5-b4xc3 gespielt hat und dann Spiel gegen den c3-Bauern (die „Basis der Bauernkette„, Aaron Nimzowitsch) oder auf der b-Linie organisiert hat. Weiß kann sich derweil ungestört ausbreiten, entweder e3-e4 durchdrücken und/oder am Königsflügel vorangehen. …c5-c4 macht die Partie zu einem Spiel auf ein Tor.

…a7-a6 in Verbindung mit …c5-c4 ergibt keinen Sinn, der Zug verliert Zeit, sonst nichts. …b7-b5 kann Schwarz auch so spielen, und auf a6 leistet der Bauer nichts.

In guter Gesellschaft: Stockfish hat neulich denselben Fehler gemacht

Wir könnten jetzt zu einem langen Vortrag ansetzen, wie schlecht …c5-c4 ist, aber das haben wir neulich schon, als im Match AlphaZero versus Stockfish Letzterer in einer ähnlichen Stellung den Stümperzug …c5-c4 ausführte und sich für absehbare Zeit jeglichen Gegenspiels beraubte.

Wer nicht so recht einsehen mag, wie schlecht …c5-c4 ist, dem sei die Lektüre dieser Partieanalyse empfohlen: Französisches Desaster für Stockfish gegen AlphaZero.

Wer generell Strukturen und die dazugehörigen Pläne ein bisschen besser verstehen möchte, der begibt sich in ein Buchgeschäft seiner Wahl und kauft das großartige „Chess structures – a grandmaster guide“ von Großmeister Mauricio Flores Rios. Die Rezension auf dem nicht minder großartigen Youtube-Kanal von IM John Bartholomew findet sich hier.

Antwort 32

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1.Sd4xb5! gewinnt Material

Antwort 33

 

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Schwarz ist am Drücker, aber Weiß kann einen versteckten Rettungsanker auswerfen. Nach 1.Th6xh7!! bleibt er in der Partie. Zum Beispiel nach 1…Kg8xh7 2.Df2-h4+ Tg5-h5 hat er 3.Dh4xd8, das war nicht ganz einfach zu sehen.

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Siegbert Tarrasch: die Helene Fischer der Schachpublizisten

Anderswo erfahren Meister ihres Fachs Respekt und Anerkennung. Nur die Deutschen erfreuen sich daran, Landsleute zu verspotten, die ihr Handwerk, ihr Geschäft und/oder ihre Kunst meisterhaft beherrschen und damit Erfolg haben.

Siegbert Tarrasch war Weltklasse, in mancher Hinsicht seiner Zeit voraus und hat obendrein instruktive Lehrbücher geschrieben, in denen er seine Erkenntnisse teilte. Aber der Doktor aus Breslau war eben auch ein schlechter Verlierer, der seine Feindschaften pflegte und sich schwer damit tat, die Klasse und die Erkenntnisse anderer anzuerkennen. Und darum ist Siegbert Tarrasch heute weniger ein deutscher Schach-Held und mehr die Helene Fischer der Schachpublizisten.

Düsseldorfer Seeklima

Tarraschs Errungenschaften werden selten gepriesen, aber stets wird munter auf ihn eingedroschen. Tarraschs (erfundenes?) Zitat vom „Düsseldorfer Seeklima“, mit dem er eine Niederlage gegen Emanuel Lasker entschuldigt haben soll, hängt ihm seit mehr als 100 Jahren an wie dem FIDE-Präsidenten Kirsan Iljumschinow seine vermeintliche Begegnung mit Außerirdischen.

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Emanuel Lasker

Vor einiger Zeit haben wir im Beitrag „Tarrasch und sein Lieblingsfeind“ einen Kulturkampf beleuchtet, ausgefochten eingangs des 20. Jahrhunderts zwischen den „Klassikern“, angeführt von Siegbert Tarrasch, und den „Hypermodernen“, angeführt von Aaron Nimzowitsch.

Tarrasch und Nimzowitsch haben manche Beleidigung ausgetauscht („mittelmäßige Geisteshaltung“), und doch mag unser der Titel „Lieblingsfeind“ überzogen gewesen sein, weil Tarrasch seine Fehde mit Emanuel Lasker (Weltmeister 1894-1921) womöglich noch intensiver pflegte als die mit Nimzowitsch.

Nicht einmal Johannes Fischer, wahrscheinlich der kultivierteste aller deutschen Schachschreiber, kann sich gänzlich vom Tarrasch-Bashing freimachen. Aber er beleuchtet in einem lesenswerten Beitrag für Chessbase die Fehde Tarrasch-Lasker und zeigt eine viel debattierte Partie, in der Tarrasch seinen Widersacher erst vom Brett fegte und dann nach einem Bluff(?) Laskers auf mysteriöse Weise den Faden verlor.

Johannes Fischer über die Fehde Siegbert Tarrasch vs. Emanuel Lasker.

Tarrasch und sein Lieblingsfeind

Den Beinamen „Praeceptor Germaniae“ (Lehrmeister Deutschlands) hat sich Dr. Siegbert Tarrasch (1862-1934) redlich verdient. Ein Leben lang hat er schachlich publiziert und mit seinem Lehrbüchern Generationen von Schachjüngern in die Feinheiten unseres Spiel eingeweiht. Nur sein Lieblingsfeind Aaron Nimzowitsch wollte die Lehren des Doktors partout nicht annehmen. Nimzowitsch, Vertreter der „Hypermoderne„, hielt Tarraschs klassische Sicht der Dinge für überholt. Öffentlich haben die beiden unzählige Sträuße ausgefochten, Spitzen aufeinander abgefeuert, Beleidigungen gar.

Genauso wie aus heutiger Sicht Nimzowitschs „Mein System“ (1927) mit Vorsicht zu genießen ist, verhält es sich mit Tarraschs „Die moderne Schachpartie“ (1912) oder „Das Schachspiel (1931). Diese Bücher entstanden zu einer Zeit, als zahlreiche Geheimnisse des Spiels gerade erst gelüftet waren, andere noch unentdeckt; als die „Hypermodernen“ die klassischen Lehren ordentlich umkrempelten und sich die Lager unversöhnlich gegenüber standen, anstatt ihre Lehren zu vereinen.

Und doch haben beide Werke Substanz. Im modernen Schach ist kein Konzept, keiSiegbert-Tarrasch+Das-Schachspiel-Systematisches-Lehrbuch-für-Anfänger-und-Geübten Leitsatz derart in Stein gemeißelt, wie Tarrasch oder Nimzowitsch sich das vorgestellt haben. Aber wer heute die Werke dieser alten Meister nach fundamentalen Fehlern durchforstet, der wird kaum Beute machen. Beide wussten durchaus, wovon sie sprachen, auch wenn sich ihre Perspektiven unterschieden.

Über den Springer etwa schrieb Tarrasch in „Das Schachspiel“: „Der Springer ist hauptsächlich zum Angriff geeignet und muss deshalb soweit wie möglich ins oder wenigstens ans feindliche Lager vorgebracht werden, allerdings nicht in der Eröffnung. Da soll er womöglich nur einen Zug machen, und zwar auf die dritte bzw. sechste Reihe, weil er von dort schon ins feindliche Lager hineinschaut. Im Zentrum, auf e5 bzw. e4, von einem Bauern gedeckt, bildet er einen starken Vorposten. Am Rande hingegen steht er meist schlecht, weil er da zu wenig Felder beherrscht. Ebenso ist nach meiner Erfahrung ein weißer Springer auf b3, ein schwarzer auf b6 meist schlecht postiert.“

Fast 100 Jahre später können wir das so stehen lassen. Aus Tarraschs Ausführungen haben sich reihenweise Leitsätze für Schach-Novizen entwickelt, etwa „Springer brauchen Stützpunkte“ oder der Dauerbrenner „Springer am Rande bringt Kummer und Schande“.

Als neulich der SC Überlingen in Engen antrat, saß Jürgen ein Spieler gegenüber, der seinen Tarrasch nicht gelesen hatte.

Frage 19

Jürgen Lerner – Michael Hein, November 2017

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Gerade hat der Schwarze seinen Gaul von d5 nach b6 zurückbeordert, obwohl er ja dort laut Tarrasch „meist schlecht postiert“ steht. Es bedarf nun keines Großmeistertitels, um zu sehen, wie der Weiße fortsetzt.

Hier wären sich sogar Tarrasch und Nimzowitsch einig. Was zieht Weiß, und zwar automatisch und fast ohne nachzudenken?

Hier geht’s zur Antwort

Tarrasch und sein Lieblingsfeind II

Antwort 19

Jürgern Lerner – Michael Hein, November 2017

Das Zentrum ist der wichtigste, zentrale Teil des Schlachtfeldes Schachbrett. Wer im Zentrum die Oberhand hat, der steht in der Regel besser. So weit waren sich Tarrasch und Nimzowitsch einig. Aber während Tarrasch gemäß der Lehren des ersten Schachweltmeisters Wilhelm Steinitz (1836-1900) das Zentrum möglichst besetzen wollte, war Nimzowitsch bestrebt, das Zentrum zu beherrschen (und das geht auch aus der Ferne). Heute wissen wir, dass beide Recht haben.

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In der Diagrammstellung hätten jedenfalls beide Herren e2-e4 aus dem Ärmel geschüttelt und sich des Tempogewinns (wegen des Angriffs auf den Lf5) und eines perfekten Bauernzentrums e4/d4 erfreut. Ob hypermodern oder klassisch, Weiß steht riesig.

Lassen wir noch einmal den guten Doktor Tarrasch zu Wort kommen: „Notwendig ist in der Eröffnung der Aufzug der Mittelbauern, der der Dame und beiden Läufern den Ausweg öffnet.

So sieht’s aus. Danke, Siegbert.

Strategisches Geplänkel II

Antwort 14:

Nummer 14 war eine Fangfrage. Wichtig ist zu verstehen, dass der Springer mit nur einem Zug kein gutes Feld erreichen kann. Das gilt auch für das natürliche Feld c3, auf dem wir in der Eröffnung unseren Springer meistens guten Gewissens abstellen können. Hier nicht.

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c3 ist eine Sackgasse, der Springer stünde ohne Wirkung herum, weil der schwarze Bauer auf c6 sämtliche Felder im schwarzen Lager kontrolliert, auf denen der Springer lästig werden könnte.

(Für Profis: Die schwarze Struktur illustriert ein Konzept, das in den 1920er-Jahren der lettische Schachmeister Aaron Nimzowitsch (1886-1935) erstmals formuliert hat: Oft sind Doppelbauern statisch stark und dynamisch schwach. Hier ist die verdoppelte c7/c6-Kombo in erster Linie statisch stark, weil sie zentrale Felder kontrolliert und die Aktivität des weißen Springers eindämmt. Dynamisch schwach mögen die Bauern auch sein (mehr dazu in Antwort 13), aber Schwarz hat gar nicht vor, sie zu bewegen. Für den Moment soll sein Damenflügel so stehenbleiben, wie er ist. Alles unter Kontrolle.

Nimzowitschs legendäres Strategie-Lehrbuch „Mein System“ hat Generationen von Schachspielern Grundlagen vermittelt und sie ein Leben lang begleitet. Seinerzeit markierte das Buch einen revolutionären Meilenstein, weil viele der darin beschriebenen Konzepte unbekannt waren. Aus heutiger Perspektive sind manche von Nimzowitschs Ausführungen mit Vorsicht zu genießen, aber das Doppelbauer-Konzept „statisch stark, dynamisch schwach“ trifft den Nagel auf den Kopf.)

Würde Weiß seinen Springer fragen, wohin er sich orientieren will, dann würde der ihm wahrscheinlich fürs erste das Feld e3 nennen. Von dort aus böten sich die meisten Perspektiven, am ehesten ein Sprung nach f5 nebst weiterem Vorgehen am Königsflügel.

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Aber das ist nicht in Stein gemeißelt. Vielleicht endet der Springer auch auf a5, um den dynamisch schwachen schwarzen Damenflügel aufzuweichen. Oder auf g4. Wer weiß das schon, das hängt auch davon ab, wie Schwarz weiter vorgeht, und ob Hebel wie f2-f4 oder d3-d4 Teil unseres Plans sind. Hauptsache, wir stellen sicher, dass unser Gaul flexibel bleibt, anstatt ihn auf c3 verkümmern zu lassen.


Antwort 15:

Soll er doch kommen mit seinem b-Bauern. …b5-b4 würde uns in die Karten spielen.

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Noch einmal die Kernaussagen von Antwort 12:

  • Auf c3 steht unser Springer eh bescheiden.
  • Die schwarze Bauernmasse am Damenflügel ist dynamisch schwach.

Und schon ist klar, dass uns schwarzes Vorgehen am Damenflügel nicht bedroht, im Gegenteil. Speziell nach dem Zug …b5-b4 käme zur dynamischen sogar eine statische Schwäche der schwarzen Bauernmasse, ein Struktur-Desaster. Alles, was wir zu tun hätten, wäre, einen „ewigen Springer“ auf c4 einzupflanzen. Der wäre von Schwarz nicht zu vertreiben und würde höchst wirksam ins schwarze Lager strahlen, so lange wir das wollen. Schwarz würde niemals Durchbrüche am Damenflügel erzielen können, er wäre dazu verdammt, passiv seinen Laden irgendwie zusammenzuhalten.

Dazu käme die nun deutlich spürbare Schwäche des schwarzen Läufers. Die Stellung wäre blockiert, die schwarzen Bauern auf schwarzen Feldern festgelegt und der Läufer zu Passivität verdammt. Ein Musterbeispiel dafür, wie in blockierten Stellungen die Springer den Läufern überlegen sind.


Antwort 16:

Wenn wir dem Gegner etwas wegnehmen können, dann lohnt es sich stets, genauer hinzuschauen. In diesem Fall bedienen wir uns mit Vergnügen auf e5 und planen, uns weiter durchzufressen.

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Von e5 aus bedroht unser Springer schließlich seinen Bauern c6, und den nehmen wir gerne auch noch mit. Nach 18.Sg4xe5 Le7-f6 19.Se5xc6 Lf6xb2 haben wir einen Bauern gewonnen.

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(Für Profis) Wer genau rechnet, der findet jetzt anstatt der profanen Lösung 20.Ta1-a2 (was unseren a3-Bauern deckt) mit weißem Vorteil das raffiniertere 20.Ta1-b1!. Nach 20…Lb2xa3 21.Tb1-b3 hat der schwarze Läufer keine Felder mehr, 21…b5-b4 ist erzwungen (21…La3-b4 22.c2-c3 verliert eine Figur). Nun wird unser Springer genüsslich nach c4 zurückkehren, sich auf a3 bedienen, und wenig später wird dem Schwarzen auf der a-Linie ein weiterer Bauer verloren gehen. Weiß gewinnt.