Liebe, Leidenschaft und rausgeschmissenes Geld

Kinder-Schachbücher zu erwerben, sei rausgeschmissenes Geld, schrieben wir neulich auf dem Beipackzettel unseres Weihnachtswunsch-Pakets. Für Alexander Frenkel, Leiter der Schachschule München, muss das ein Stich ins Herz gewesen sein, auch wenn er das nicht hat durchblicken lassen. Ganz freundlich bat er uns, einfach mal sein Kinder-Schachbuch durchzublättern. Schon angesichts der ersten Seiten des Arbeitshefts „Warum Schach“ fielen uns die Scheuklappen von den Augen. Unter anderem darum ergänzen wir heute unseren Schachspieler-Wunschzettel für Weihnachten.

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Wir propagieren hier in aller Regel Schach als Wettkampfsport, den der Schachspieler entweder mit Leidenschaft und Ehrgeiz betreibt – oder besser gar nicht. Schach ohne Wissensdurst und Trainingseifer wird nicht funktionieren. Darum haben wir neulich schon durchblicken lassen (und dafür einigen Protest geerntet), dass Kinder, die nach einem Jahr zwei Jahren im Verein oder in der Schach-AG immer noch Anfänger sind (und das ist die Mehrheit), sich dringend umschauen sollten, was die Welt noch zu bieten hat. Es muss ja nicht Schach sein.

Im Kontext dieser limitierten Sichtweise sind Kinder-Schachbücher tatsächlich rausgeschmissenes Geld. Die Regeln unseres Spiels lassen sich binnen 15 Minuten erlernen. Ein Buch ist dafür nicht notwendig. Wer Schach mit Wissensdurst angeht, der hat den Inhalt einschlägiger Werke für Kinder binnen kürzester Zeit aufgesogen, und dann liegt das Buch in der Ecke. Also lieber gleich ein Buch mit Substanz. Oder eine DVD. Kinder kommen damit klar.

Die Liebe der Autoren zum Spiel

Jetzt legen wir die Schach-Scheuklappen schnell beiseite, stellen uns vor, wir seien kein FachSchachidiot, und betrachten die Angelegenheit mal aus einem anderen Blickwinkel. Substanz muss ja nicht ausschließlich bedeuten, dass das Werk möglichst rasch Spielstärke in den Schädel des Lesers pumpt.

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Elena Levitinas liebevolle Zeichnungen sorgen dafür, dass „Warum Schach“ gut aussieht.

Ein Buch, dass seinem Käufer mit feinen Reimen und liebevollen Zeichnungen ästhetischen Genuss und Lesefreude beschert, ist auch eine Menge wert, womöglich noch mehr. Es vermittelt die Liebe der Autoren zum Spiel. Den Leser diese Liebe spüren zu lassen, sie zu übertragen gar, ist ein erster Meilenstein auf dem Weg zu schachlicher Meisterschaft. Ohne Liebe keine Leidenschaft, und ohne die wird die notwendige Neugier nicht entstehen.

Vor diesem Hintergrund ist der Titel des Arbeitshefts „Warum Schach“ treffend. Ist doch klar warum: weil Schach das Potenzial hat, seinen Jüngern eine Leidenschaft fürs Leben zu bescheren. Weil es das Hirn auf Trab bringt, soziale Kompetenz beschert, Demut lehrt und Selbstvertrauen wachsen lässt (zumindest bei dem, der beim Schach gewinnt).

Stappenmethode per DVD

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Nach diesem Ausflug setzen wir die Schach-Scheuklappen wieder auf und stellen fest, dass auf unserem ersten Weihnachtszettel ein Trainingswerkzeug mit Substanz fehlte.

Generell sind junge Leute heute weniger geneigt, ein Buch in die Hand zu nehmen, um sich lesend und blätternd dem Studium zu widmen. Der Deutschlehrer in der Schule  mag das als Problem wahrnehmen, beim Schach ist es halb so wild. Der Computer ist das bessere Lehrwerkzeug, weil die Interaktivität schon eingebaut ist – wenn denn das richtige Programm läuft.

Und das heißt „Chess Tutor“. Die dreiteilige Reihe basiert auf der aus der Schachnation Niederlande stammenden Stappenmethode, die sich seit langem in Schulen und Vereinen gleichermaßen bewährt, um Schach zu lehren. Wer am Computer Schach lernt, und das empfehlen wir ausdrücklich,  dem hilft diese Reihe, sich systematisch ein Fundament zu bauen, auf dem Spielstärke wachsen kann.

Der Schach-Kalender, das Universalgeschenk

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Abschließend müssen wir noch eine dritte Lücke unseres ersten Wunschzettels füllen. Und die betrifft Leute, die mit Schach gar nicht so viel am Hut haben, aber einem befreundeten Schachspieler eine Freude machen wollen.

Für ein derartiges Anliegen bietet der Schach-Markt seit 36 Jahren ein stets passendes, jedes Jahr neu aufgelegtes Universalgeschenk, mit dem der Schenkende nichts falsch machen kann: den Schach-Kalender, stets prall gefüllt mit Wissenswertem, Abseitigem und Anekdotenhaftem.

Unlängst ist die Ausgabe für 2019 erschienen. Verleger Arno Nickel hat einmal mehr eine Reihe renommierter Gastautoren für seinen Kalender gewonnen, darunter Robert Hübner, der vom „größten Schrecken“ seiner Laufbahn berichtet, der ihm widerfuhr, als ein Schiedsrichter sich erdreistete, während einer Partie einen Turm Hübners vom Brett zu nehmen, um die Uhr sehen zu können.

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