Die Weltauswahl war zu stark für Deutschland – 1,5:5,5 verloren

Für die beiden Exweltmeister in Reihen der Weltauswahl gab es beim imaginären Vergleichskampf gegen Deutschland auf der Isle of Man nicht viel zu holen. Visvanathan Anand erreichte mit Schwarz gegen Rasmus Svane nicht viel, er war vor allem damit beschäftigt, Svanes Expansion am Damenflügel einzudämmen. Als ihm das gelungen war, trennten sich die beiden friedlich. Auch für Alexandra Kosteniuk reichte es gegen Melanie Lubbe allenfalls für symbolischen Vorteil. Die Partie verließ nie die Remisbreite, und im Turmendspiel ließ Lubbe nichts anbrennen.

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Vincent Keymer hatte in bedrängter, aber noch nicht kritischer Lage einen taktischen Einschlag des 2.700-GM Artemiev übersehen. Trotzdem war ihm und seinem Coach Peter Leko nach der Partie nicht das Lachen vergangen. Das Ziel GM-Norm (und -Titel) ist angesichts der zu erwartenden starken Gegner noch bequem in Reichweite. (Foto: Maria Emelianova/chess.com)

Abseits davon steht gleichwohl nur ein weiterer halber Punkt. Daniel Fridman legte seine ganze Routine in die Waagschale, um dem Weltranglistenfünften Anish Giri ein Remis abzunehmen. Zwar verwaltete der Niederländer lange Zeit einen Mini-Vorteil, aber das in einer so vereinfachten Stellung, dass sich daraus gegen Fridmans präzise Verteidigung kein Punkt melken ließ.

Am heutigen Dienstag und wahrscheinlich auch an den kommenden Tagen wird es einen solchen Vergleich in Mannschaftsstärke nicht mehr geben. Dennoch sollte angesichts des exquisiten Teilnehmerfelds und der großen deutschen Delegation in jeder Runde das eine oder andere pikante Duell aus deutscher Sicht hervorstechen. In Runde vier sieht das so aus:

Runde 4: Meier vs Rapport, Nakamura vs Zumsande

Georg Meier steigt mit 2,5/3 wieder ins Turnier ein und bekommt gegen Richard Rapport Gelegenheit, für dessen Sieg über Elisabeth Pähtz Revanche zu nehmen. IM Martin Zumsande, der ein Sabbatical zur Jagd auf den GM-Titel nutzt, wird mit Schwarz gegen Hikaru Nakamura eine mindestens großmeisterliche Leistung brauchen, um zu bestehen. IM Nikolas Lubbe wird mit Löscharbeiten gegen den lettischen Brandstifter Alexei Schirow alle Hände voll zu tun haben, gleiches gilt für IM Georg Seul gegen Emil Sutovsky.

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Mehr als 80 Züge lang versuchte Alexander Donchenko gegen Wang Hao, seinen Laden zusammenzuhalten. Am Ende hatten beide an die 1.000 Kalorien verbraucht (das wird für die Liveübertragung gemessen), und Wang Hao bekam nach langem Kneten doch noch den ersehnten vollen Punkt. (Foto: Maria Emelianova/chess.com)

Obwohl es am Montag an den vorderen Brettern für die Deutschen nicht gut lief, hat die Delegation aus Germany weiter mehr als ein Dutzend Eisen im Feuer. Sieben Spieler bei „plus 1“, und auch ein Start mit 1,5/3 oder gar 1/3 bedeutet in einem neunrundigen Turnier ja noch lange nicht, dass die Norm/der Frauenpreis oder der reguläre Geldpreis futsch ist. Schaun ‚mer mal.

Der Vollständigkeit halber die Ergebnisse vom Montag:

Ins gute halbe Dutzend Deutscher mit 2/3 hat sich auch Dennis Wagner zurückgekämpft. Der hatte in der zweiten Runde niemand Geringeren als Levon Aronian an der Angel gehabt, sich aber am Ende eines überaus intensiven Duells beschummeln lassen.

Video: Dennis Wagner gegen Levon Aronian

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